Volle Praxis wenig Freiheit: Warum das nicht sein muss

Shownotes

Volle Praxis, wenig Freiheit: Muss das so bleiben?

Dein Kalender ist voll, deine Klientel zufrieden – und trotzdem sitzt du abends da und fragst dich: War’s das schon?

Wenn du Menschen behandelst oder begleitest, eine volle Praxis hast und spürst, dass du auf Dauer so nicht weiterarbeiten möchtest, ist diese Folge für dich.

Eine volle Praxis zeigt, dass Menschen zu dir kommen. Die entscheidende Frage bleibt: Lässt deine Arbeitsweise dir auch die Freiheit, die du dir wünschst?

Darüber sprechen wir:

🔥 Warum «ein Patient nach dem anderen» im Gesundheitsbereich als selbstverständliches Modell gilt – und was es dich kosten kann

🔥 Die Hausärztin, die zu Karin sagte: «Ich beneide Sie» – und was sie damit meinte

🔥 Was es mit dir macht, täglich Klagen zu hören – und weshalb Abgrenzung allein oft zu kurz greift

🔥 Wie du Einfluss darauf gewinnst, mit wem du arbeitest

🔥 Woran du erkennst, ob eine kleine Gruppe deine Praxis trägt oder dich zusätzlich bindet


Kapitel

00:00 Dein Kalender ist voll – und trotzdem?

03:06 Patient nach Patient: das vertraute Arbeitsmodell

06:44 Wenn die Geschichten deiner Klienten mit nach Hause kommen

14:13 Wenn deine Zeit deinen Umsatz begrenzt

21:48 Gebucht werden oder bewusst wählen?

28:17 «Wie soll das denn gehen?»

35:46 Wenn Abgrenzung allein zu kurz greift

37:21 Wann eine kleine Gruppe deine Praxis wirklich trägt

40:36 Neue Optionen im kostenfreien Webinar SHIFT


SHIFT – kostenfreies Webinar

Diesen Sonntag, 25. Oktober, 10 Uhr:

👉 Anmeldung: Https://trainings.dieheldenfluesterer.com/shift


Wie hast du dir deine Praxis vorgestellt, als du angefangen hast? Und was wünschst du dir heute für deine Arbeit und dein Leben?

Schreib uns in die Kommentare oder per DM auf Instagram:

@andre.dieheldenfluesterer

@karin.dieheldenfluesterer


Zur im Podcast erwähnten Zahl: Die Ärzte Zeitung berichtete 2018 über die damalige Schätzung des KBV-Chefs Andreas Gassen, wonach 20 bis 25 Prozent der Ärzte von Burn-out betroffen seien:

https://www.aerztezeitung.de/Politik/Gassen-kritisiert-Eingriffe-in-die-Selbstverwaltung-229381.html

Transkript anzeigen

S2E90 Eine volle Praxis heisst noch nicht erfolgreich audio.m4a

Generated using Transcript LOL

=========================================

André

00:00 - 00:18

Du hast einen vollen Terminkalender, deine Praxis boomt, die Kunden kommen, die sind happy und du bist es auch. Bis auf diese Abende, wo du da sitzt und merkst, ist das jetzt schon alles gewesen? Ist das jetzt meine Arbeitsweise, die ich weiterziehe? Denn dass du gut bist, das beweist ja, dass du ausgebucht bist.

André

00:19 - 00:42

Aber es beweist eben nicht, dass du dein Geschäftsmodell gewählt hast, das dir selber auch die Freiheit bietet. Du merkst immer mehr, dass du einen Preis bezahlst für deinen Erfolg und fragst dich, ob es Alternativen gibt. Das sprechen wir heute in diesem Podcast und im kostenfreien Webinar «SHIFT» am 25. Oktober, am Sonntag.

André

00:42 - 00:47

Dazu aber später mehr. Hallo, hallo. Hello, hello. Hello, hello.

Karin

00:48 - 00:58

Wie wundervoll ist es, wenn jeder Therapeut, Arzt oder Coach daran denkt, wenn meine Praxis mal mega ausgebucht ist.

André

00:58 - 01:38

Wow! Das ist der Traum von ganz vielen, dass sie eine Praxis haben, die nicht nur nebenberuflich läuft, sondern dass sie damit auch Geld verdienen und dass es ihr Hauptberuf ist. Was ja bei den Ärzten und Ordinationen völlig normal ist, ist an beiden Therapeuten und im Heilerbereich und allgemein im Bereich, wo Menschen mit Menschen arbeiten, auch Humanenergetiker oder beispielsweise auch Heilpraktiker, sieht das anders aus. Und das finde ich ganz spannend, dass wir immer wieder mit Menschen zu tun haben, die den Erfolg suchen, diesen Erfolg auch haben, aber trotzdem nicht wirklich zufrieden sind.

André

01:39 - 01:54

Und das liegt daran, dass dieser Erfolgenpreis einen gewissen Preis hat, den man zuerst, wenn man beginnt, gar nicht wahrnimmt. Weil damals ja froh habe ich meinen ersten Kunden. Ach, wie geil. Und ich sehe, dass die Dinge laufen und all das, wofür ich gelernt habe.

André

01:54 - 01:55

Und dann stellen sich doch diese Dinge ein.

Karin

01:56 - 02:07

Ja, ich glaube, wir triggern ja ziemlich, dass wir sagen, eine volle Praxis ist kein Erfolg. Obwohl, ich glaube, ganz viele würden nicht mal sagen, sie seien erfolgreich oder so, sondern es läuft. Es läuft. Es läuft.

Karin

02:07 - 02:14

Aber es läuft heisst eben auch ... Das ist so ein Sinnbild. Ich habe gar nichts ... Ich kann es nicht leiten.

Karin

02:14 - 02:21

Es läuft einfach. Und was für viele wahrscheinlich so ... Es läuft ist es aber eben auch dieses ... Ich kann ...

Karin

02:21 - 02:33

nicht wirklich bewirken. Als ich noch Therapeutin war, habe ich mich wie jeder darüber gefreut, wenn z.B. Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert. Das ist megacool.

Karin

02:33 - 03:05

Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass man immer mehr von den Kunden bekommt, die man bereits hat. Ja, es läuft, aber plötzlich merkst du, vielleicht willst du ja ganz anders arbeiten mit anderen Menschen. Aber du hast irgendwie keinen Einfluss, sondern du kannst ja froh sein, es läuft. Und dann kommt die Schwierigkeit, wenn du mal so erfolgreich bist und es läuft, diese Switch zu machen, eigentlich will ich es anders, wird meistens ein wenig schwierig.

André

03:06 - 03:23

Scheinbar. Wir sehen das ja anders. Es ist ja eigentlich wurscht, ob Psychotherapeut, Heilpraktiker, ob du als Arzt unterwegs bist. Es gibt eine Struktur, die wir feststellen, die im gesamten Gesundheitsbereich festgesetzt wurde.

André

03:23 - 03:48

Diese Struktur ist, ich arbeite immer nur ... Klient, Patient und Patient und Patient. Das heisst, ich habe ein nachfolgendes Konzept. Das bedeutet, ich habe 15 Minuten, eine Stunde, 60 Minuten, was auch immer, und dann habe ich immer die Zeit für einen Patienten.

André

03:48 - 04:03

Spannenderweise als Businessmodell, das gibt es fast in keiner anderen Branche. Ausser überall dort, wo manuell gearbeitet wird. Zu dem kommen wir dann noch. Dass man dann auch verändern kann.

Karin

04:03 - 04:04

Man kann sich skalieren.

André

04:04 - 04:22

Ein Maurer kann ja auch nicht sagen, er mache drei Häuser zeitgleich. Das Modell funktioniert, wenn er sich Angestellten, wenn er Betriebe aufbaut, wenn er Strukturen aufbaut, die danach das erlauben. Er stellt Menschen ein, beginnt, ein Unternehmen aufzubauen. So, wie sich viele Unternehmen vorstellen.

André

04:23 - 04:36

Also von der Selbstständigkeit. Ich beginne in meiner Ausbildung, mache was nebenbei, was für viele Therapeuten, für viele Menschen, die Menschen begleiten, ein Start ist. Auch das Normale ist. Ist beim Arzt das eigentlich so?

André

04:36 - 04:47

Okay, ich kann noch in eine Praxis gehen, in eine Gemeinschaftspraxis, wo ich mir Patienten, Klienten und den Overhead aufteile. Aber prinzipiell bleibt das dabei. Ich stelle meine Zeit. die begrenzt ist.

André

04:47 - 05:03

Zur Verfügung und habe dann 8 oder 10 Stunden am Tag. Wenn ich mehr Erfolg will, arbeite ich länger. Ich arbeite länger, aber die Wirkung wird ja nicht grösser. Ich arbeite nur immer eins zu eins.

André

05:03 - 05:13

Das heisst, ich arbeite individuell pro Klient und der Klient ist seriell. Ich habe einen Klient nach dem anderen. So hast du ja auch gearbeitet.

Karin

05:13 - 05:25

So habe ich auch gearbeitet. Das herkömmliche Businessmodell. Man spricht in dieser Szene nie von was anderem. Es ist wie normal, als wäre das gegeben, was ja nicht so ist.

Karin

05:25 - 05:41

Und mich hat das enorm ermüdet. Ich sehe da auch viele, die sagen, ich kann das nicht noch fünf Jahre lang machen, gerade wenn man wirklich ausgebucht ist, rein körperlich, energetisch. Vielleicht denkt man sich am Anfang, ich muss mich besser abgrenzen. Hat absolut nichts mit dem zu tun.

Karin

05:42 - 06:00

Ich habe so gearbeitet und gemerkt, dass mein Energie-Typ überhaupt nicht darauf ausgerichtet ist. Ich bin müde, ich werde damit unglücklich. Und meine Wirkung nimmt eigentlich ab, weil ich eigentlich nur noch ... Weisst du, dieses Den-Nächste, Den-Nächste, Den-Nächste.

Karin

06:00 - 06:40

Und das, was wirklich wirkt, meine Offenheit, all das kann ich natürlich trainieren, dass ich jeden Menschen wieder von Neuem ... Und gleichzeitig ist es in sich ja schon so, dass es ermüdend ist, wenn wir ständig mit Menschen so intensiv mit solchen Themen interagieren und dann merken, das ist ja dann auch nur so ein Impuls setzen und der Klient geht wieder heim. geht meistens wieder ins Gleiche rein und kommt wieder mit dem gleichen Schlussseil in etwa. Und dann ist die Tendenz da, dass der Klient das Gefühl hat, ich bin wieder da, bitte nimm es mir weg.

Karin

06:40 - 06:43

Sehr hoch und genau so will man ja dann auch nie arbeiten.

André

06:44 - 07:06

Ist es nicht auch noch entscheidend, in welchem Umfeld ich bin? Ich denke jetzt an meine Ärztin. Die hat mir mal erzählt, dass sie irgendwann gemerkt hat – das ist eine supertolle Ärztin – dass sie die Menschen begleitet bis zum nächsten Problem. Und die kommen nur zu ihr, um zu klagen.

André

07:06 - 07:35

Ist vielleicht auch in dieser Hausärztegeschichte so, dass dort die Altersstruktur, wie wahrscheinlich in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, ähnlich, dass ganz viele, die dann kommen, auch tatsächlich im Elternjahrgang sind. Oder öfters kommen. Vielleicht auch aus sozialen Gründen, psychosozialen Gründen usw. Sie hat dann erzählt, dass sie gemerkt hat, das färbt auf sie ab.

André

07:35 - 08:22

Es gibt Studien, die zeigen, dass wenn ganz viele mit traumatischen Erlebnissen zu tun haben, wenn du ganz viele krasse Geschichten mitbekommst und das tagtäglich, dass sich das auf sekundäre Traumatisierung abfärbt. Und wenn da nur Menschen um dich herum sind, die acht bis zehn Stunden ihr Leid klagen, dass das auf dich abfärbt. Das ist beispielsweise die Psychohygiene, bei der viele den Erfolg merken, dass die Praxis läuft. Aber wenn ich zehn Termine habe, und acht davon sind Menschen, die mir auch nicht guttun, weil ich denen Gutes tun kann, etwas bewirken kann, aber das kommt nicht zurück, Das kommt in einem Klagenden und in einer klagenden Form.

André

08:22 - 08:33

Das bringt ja dann auch nichts. Das fand ich ganz spannend. Sie hat sich dann entschieden, ihre Art zu arbeiten zu verändern. Sie hat noch eine eigene Ausbildung gemacht, in der somatischen Geschichte.

Karin

08:34 - 08:37

Mit der Studentenwisch.

André

08:37 - 08:44

Auch noch. Sie hat dann gemerkt, wie das für sie eine Veränderung bedeutet.

Karin

08:45 - 08:48

Sie hat mir aber letztlich ... Das habe ich dir nie erzählt. Wir teilen uns die Ärztin.

André

08:48 - 08:50

Ja, wir teilen uns die.

Karin

08:50 - 08:53

Wir sind selten bei ihr.

André

08:53 - 08:56

Eigentlich noch öfters wie du.

Karin

08:56 - 09:19

Ja, quasi mal Blutchecken und solche Dinge. Als ich am Tisch sah, hat sie mir gesagt, Frau Tanner, ich beneide Sie so sehr. Und ich habe gedacht, what? Also ich, die ja ganz lange noch so eine Geschichte hatte mit, ich habe keinen Doktortitel und blablabla.

Karin

09:19 - 09:43

Und ich dachte, was beneiden sie mir an mir? Wie sie arbeiten. Wissen Sie, Sie arbeiten mit Menschen, die wirklich transformieren wollen, die was verändern wollen, die Sie nicht nur eine Viertelstunde sehen und dann wieder heimgehen und genau ins Gleiche hineingehen und nichts verändern, weil sie so gewohnt sind, weil es einfach nicht reicht, die 15 oder 60 Minuten bei mir, dass sie wirklich ...

Karin

09:46 - 09:55

Wirklich was verändern. Das ist extrem ermüdend. Selbst nach dieser Ausbildung hat sie mir das gesagt. Dann habe ich gezinkert und gesagt, es geht auch anders.

Karin

09:55 - 10:19

Auch für sie. Das ist natürlich das, was viele, die mit Menschen arbeiten, abfärben. Es ist nicht nur das Dramatische, was abfärbt. Als ich Sozialarbeiterin war und mit Menschen gearbeitet habe, die einkommensschwach waren, Das färbt auch ab im Sinne von, du kannst noch so aufgestellte Klienten haben und zielorientiert.

Karin

10:19 - 10:33

Das Thema, dass da Mangel ist, färbt auch ab, weil du nur das siehst. Wie wenn du Schuhverkäuferin bist. Du achtest dich automatisch auf die Schuhe von anderen Menschen. Plötzlich hast du den Eindruck, alle sind so.

Karin

10:33 - 10:49

Es ist ein generelles Thema, das geltend ist in der Gesellschaft, dass alle wenig haben. Das prägt dich einfach. Das sehen wir auch immer wieder, wenn du mit Menschen problemorientiert arbeitest. Viele machen das, weil sie denken, das funktioniert so.

Karin

10:49 - 11:14

Ich sehe auf jeder Webseite, die klassisch arbeitet, bei Erschöpfung, Stress, Rückenschmerzen, Menstruationsschmerzen, all diese Geschichten, die aufgezählt werden, wo auch die Menschen konditioniert oft Begleitung suchen oder eben Therapie. Nicht mal Begleitung, sondern Therapie. Oder eine Veränderung. Und dann kommen die mit dem, und du arbeitest ständig mit Problemen.

Karin

11:14 - 11:23

Und das macht was mit dir. Das macht mit deiner Struktur was. Dann kannst du noch so Bewusstsein abgrenzen, üben, all diese Geschichten. Das hat tatsächlich was zu tun mit dem Businessmodell.

André

11:24 - 11:36

Und das wird ja auch nicht geschult. Es ist im Gesundheitsbereich vollkommen normal. Wer mit Menschen arbeitet, mit der Heilung, der Begleitung, für den ist das normal, eins zu eins. Das ist das, wie man vorangeht.

André

11:36 - 11:52

Weil es ist ja ein Handwerk. Und vielleicht dringt noch das durch, dass der Unterschied zwischen Maurer und Arzt oder zwischen Bäcker und Therapeut gar nicht so weit weg ist, was die Herangehensweise ist. Handwerklich? Genau, weil es beides ein Handwerk ist.

André

11:53 - 12:25

Und all diese praktische Ausbildungen wie in der Schweiz, wir haben ja noch ein paar mehr, Therapeuten, Alternative, nicht nur Psychotherapeut oder Heilpraktiker für Psychotherapie, dass das Manuelle, das Arbeiten am Menschen, ganz einen hohen Ruf oder einen guten Ruf geniesst, dass das die effektivste Arbeitsweise ist für jemanden, der Menschen im Heilungsbereich begleitet. Und wir können sagen, wir haben über 1000 Therapeuten ausgebildet, dass es Alternativen dazu gibt.

Karin

12:27 - 12:42

mehr Wirkung erzeugt. Die meisten werden ausgebildet in ihrem Tool, aber nicht, was wirklich wirkt. Und das, was wirklich wirkt, ist eben nicht dieses klassische Einzelsetting. Man denkt immer, das ist individuell auf mich.

Karin

12:42 - 12:56

Da gucken wir meine Themen an. Und das ist genau das, was nachweislich nicht die grösste Wirkung bringt. Und das ist schon verrückt, dass wir da völlig anders konditioniert sind, oder?

André

12:57 - 13:20

Das ist das Modell, das erzählt wird. Wenn du uns zuhörst, wenn du Therapeut bist oder im Heilbereich arbeitest, Arzt, Ärztin usw., das wird doch genauso transportiert, dass das das Normale ist. Und die anderen Modelle gibt es eben auch. Wir haben in der letzten Episode noch darüber gesprochen.

André

13:20 - 13:41

Ein Krankenhaus funktioniert ganz anders. Das ist aufgestellt wie eine Unternehmensstruktur, in der eine Arbeitsteilung da ist, in der eine Vielfältigung da ist, in der ich auch skalieren kann usw. Eigentlich baut man einfach ein Gesundheitsunternehmen auf. Aber der Arzt oder die Ärztin in ihrer eigenen Praxis oder der Therapeut, die von Hause zu Hause arbeitet, die macht das nicht.

André

13:42 - 13:53

Die will ja selber therapeutisch tätig sein. Und vielleicht kommt es daher, aber höchstwahrscheinlich, dass die Menschen denken, wenn ich nicht eins zu eins arbeite, verliere ich das, dass ich am und mit dem Menschen arbeite.

Karin

13:55 - 14:09

Ja. Schauen wir mal an, was die meisten denken, die eine erfolgreiche Praxis haben und im Einzelsetting arbeiten. Und merken, sie sind im Umsatz limitiert, sie sind in der Zeit limitiert.

André

14:10 - 14:12

Lass uns da mal gucken, warum bin ich denn im Umsatz limitiert?

Karin

14:13 - 14:36

Nur wenn ich Zeit gegen Geld verkaufe, wenn ich Einzeltermine mache, kann ich nur so viele Termine vergeben, wie ich mache. Wenn ich mehr Termine mache, habe ich mehr Umsatz. Wenn ich nicht da bin, habe ich keinen Umsatz. Wenn ich vielleicht Familienplanungen habe, fällt ein klarer Umsatz weg.

Karin

14:36 - 14:55

Ich kann das quasi wie nicht aufheben. Das sind klare Limitierungen. Das heisst, irgendwann habe ich den Kalender voll und ich kann höchstens, was die meisten machen, vielleicht ein wenig Preis anheben. Aber das macht der Braten auch nicht fein, sagen wir in der Schweiz.

Karin

14:55 - 14:58

Das ist auch nicht das, wo wir wirklich skalieren können.

André

14:58 - 14:59

Wo du wirklich einen Hebel hast.

Karin

14:59 - 14:59

Genau.

André

15:00 - 15:34

Und nicht alle Ärzte rechnen ja im Krankenversicherungssystem ab, jetzt in allen Ländern, Deutschland, Österreich, der Schweiz, sondern es gibt ja ganz viele Selbstzahler, Wahlärzte beispielsweise in Österreich oder so, die außerhalb dieses Systems sind. Und die haben ja, wie wir sagen, Selbstzahler. Es wäre ja freier. Wir können beobachten, dass das trotzdem nicht passiert, dass ganz wenige den Weg gehen und sich wirklich Gedanken machen, wie könnte ich denn meinen Erfolg verändern.

André

15:34 - 15:54

wenn das Wort Erfolg überhaupt im Gesundheitsbereich benutzt wird. Aber wie kann ich meine Wirkung verändern? Und wie kann ich zeitgleich meine Freiheit zurückgewinnen? Dass der Preis, den ich zahle, nicht bedeutet, ich stehe länger in meiner Praxis, ich arbeite mehr, ich schufte und verliere meine körperliche Gesundheit.

André

15:55 - 16:31

In der Ärztezeitung habe ich einen Hinweis gefunden, dass bis zum Viertel der Ärzte das Gefühl haben, dass sie überarbeitet sind. Dass es ihnen gesundheitlich nicht gut geht, aus der Verantwortung dieser Erschöpfung oder Belastung in der Zeit. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Der Gegenpol ist dann halt, dass ganz viele sich entscheiden, eben ein nebenberuflich was zu machen, anstelle die Wirkung, also das Geschäftsmodell zu verändern, um eine höhere Wirkung zu haben, aber nicht mehr investieren zu müssen.

André

16:32 - 17:00

Das erleben wir beispielsweise bei uns in der Schweiz, wo wir den Markt sehr gut kennen. Wir erleben immer wieder, dass es Therapeuten gibt, die 40.000, 50.000 Euro für eine Ausbildung ausgeben und danach nie wirklich drauf arbeiten. Die bekommen das Geld nie zurück. Die haben eine sehr teure Persönlichkeitsentwicklung gemacht oder eine sehr teure Wissensvermittlung erlebt.

André

17:00 - 17:28

Über Jahre hinweg haben sie ganz viel investiert und arbeiten da nicht drauf, weil das Businessmodell sie limitiert. Einerseits bei der Erschöpfung, weil sie nicht sagen können, im Durchschnitt – ich habe die Zahl auch irgendwo gefunden – vier oder fünf Klienten am Tag, Patienten, wäre dann ausreichend. Es kommt immer darauf an, wenn du noch massierst, wie anstrengend das ist. Und dann kannst du dir ausrechnen, wie lange du arbeiten musst, bis du nur diesen Invest deiner Ausbildung break even bist.

André

17:28 - 17:29

Das finde ich krass.

Karin

17:29 - 17:39

Ja, ich finde es auch ein Falle, so zu denken. Ich glaube, die meisten denken auch nicht so. Es war bei mir nicht anders. Die erste therapeutische Ausbildung war auch körpertherapeutisch bei mir.

Karin

17:39 - 18:01

Und die hat auch sehr viel gekostet an Zeit und Geld. Und da kam natürlich schon mit der Ausbildung hoch bei mir, eigentlich will ich nicht so arbeiten. Ich habe das körperlich schon sehr früh gemerkt, dass ich auch körperlich nicht ... Ich hatte keine Lust, acht Stunden wirklich körperlich zu arbeiten.

Karin

18:01 - 18:02

Auf dem Knie, auf dem Futon.

André

18:02 - 18:04

Du bist jetzt als Schiazo-Therapeutin.

Karin

18:04 - 18:29

Da kommt natürlich die Überlegung, es ist eine andere Methode. Das machen auch viele, die körpertherapeutisch arbeiten, die sagen, sie nehmen eine Methode dazu, wie ein Coaching oder so, dann kann ich anders arbeiten. Ich verstehe aber nicht, dass du trotzdem im gleichen Business-Modell bist. Es ist oft nicht die Methode, die du verändern müsstest, sondern das Business-Modell dahinter.

André

18:29 - 18:31

Das Praxis-Modell, das Geschäftsmodell.

Karin

18:32 - 19:02

Ja, weil das Business-Modell, wie es heutzutage klassisch gemacht wird, prägt diese Kondition von Menschen kommen zu dir und wollen mehr oder weniger abladen. Es läuft sehr oft nicht darauf hinaus, dass es prozessorientiert ist. Bei den Therapeuten schon. Die haben oft ein Bewusstsein dafür, Menschen über die Zeit zu begleiten und nicht einfach Symptome wegzumachen, was bei der Schulmedizin vielleicht noch nicht so angekommen ist.

Karin

19:02 - 19:23

Das ist megacool. Darum machen viele alternativmedizinische Ausbildungen. Aber das System, das sie als Business oder Praxis nutzen, Das triggert ganz klassisch dieses Ich-komme-60-Minuten-zu-dir. Ich lege mich hin, du behandelst mich.

Karin

19:23 - 19:47

Nächstes Mal komme ich wieder, es hat gutgetan. Aber gutgetan ist nicht, ich stehe einem anderen Punkt danach und weiss, wie ich meinen Alltag wirklich auch verändern kann. Da kann man noch so, den Therapeuten höre ich schon, ja, ich gebe jeweils einen Ernährungsplan mit und dann bekommen sie noch Spargürikotropfen und noch einen Tee. Ich mache das jetzt sehr klischiert, gell?

Karin

19:47 - 19:55

Und dann merkt man, ja! Ja, was nicht? Also, ja! Aber guck mal drauf.

Karin

19:55 - 20:08

Du merkst, die allermeisten Menschen funktionieren nicht so. Wenn du eine volle Praxis hast, weisst du, das ist ein Wunschgedanke. Es werden immer ein paar Klienten darunter sein, die so funktionieren. Die wirst du lieben.

Karin

20:08 - 20:21

Du wirst sagen, du möchtest mehr von diesen und weniger von den anderen. Aber die anderen werden überwiegen. Das ist nicht nur bei dir so, sondern es hat was zu tun mit dem Businessmodell.

André

20:21 - 20:31

Ja, mit dem Geschäftsmodell. Kommt noch hinzu, was mir gerade auffällt, wenn du so Termine vergibst, da sagt jemand ab, natürlich hast du dann Ausfall.

Karin

20:31 - 20:32

Risiko.

André

20:32 - 20:45

Du hast dieses Risiko, du kannst einen Termin nur einmal vergeben, wenn das kurzfristig ist, dann hast du eine Leerzeit. Du bist da, vielleicht hast du sogar Praxisassistenz und Mitarbeiter auch noch. Praxisräume. Genau, Praxisräume, der ist dann nicht ausgelastet.

Karin

20:45 - 20:46

Vielleicht bist du auch mal froh.

André

20:46 - 20:57

Endlich mal eine Stunde nicht. Aber du kannst nichts machen, denn eine Stunde später kommt schon wieder der Nächste. Du machst jetzt nicht Feierabend. Dossier nachführen.

André

20:57 - 21:04

Das ist sicher auch noch was. Spannenderweise gibt es ja Erfolgsmodelle.

Karin

21:04 - 21:05

Ja, ja.

André

21:05 - 21:21

Es gibt ja andere Möglichkeiten. Wir haben viele bei uns, die wir begleiten, die sich andere Möglichkeiten suchen. Spannend ist auch, dass wir ... Ich war nie therapeutisch tätig, aber die Kunststruktur hat sich verändert.

André

21:21 - 21:42

Die Klienten, die dann kommen, bringen höheres Bewusstsein mit. Natürlich darf ich alle behandeln. Ich darf es mir aber auch als Arzt, als Therapeut, als Humanenergetiker und was auch immer als Heilpraktiker aussuchen, mit wem ich arbeite. Viele sind sich das nicht bewusst.

André

21:42 - 21:48

Und das hängt halt eben auch vom Geschäftsmodell ab. Absolut.

Karin

21:48 - 22:07

Wir haben ja gerade unser Highs and Sellings-Mentoring am Laufen. Da geht es ja um Verkaufen. Das Erste, was wir im Raum gefragt haben, war, wer empfindet es, dass er gebucht wird und wer verkauft. Eigentlich sind alle aus dem Gesundheitsbereich, Therapeuten, Ärzte usw.

Karin

22:08 - 22:21

Die haben alle reingeschrieben oder geantwortet, gebucht. Das ist der Klassiker. Oft ist man sich nicht bewusst, dass man das Gefühl hat, ich werde gebucht. Das ist so eine passive Rolle.

Karin

22:21 - 22:32

Ich habe keinen Einfluss, wer das macht. Hauptsache, ich werde gebucht. Das ist ein Mindset von jemandem, der startet. Er denkt, hauptsache, ich werde gebucht, hauptsache, jemand erkennt mich.

Karin

22:32 - 23:08

Ich weiss noch, die ersten Kunden, die dich nicht kennen, finden das super. Aber irgendwann, wenn du merkst, du bist gut und du hast viele Mund-zu-Mund-Propaganda-Geschichten, Dann merkst du plötzlich, gebucht heisst eben auch, ich habe gar keine Wahl, mit wem ich arbeite. Weil wenn jemand vor dir sitzt, kannst du vielleicht sagen, ich bin nicht der perfekte Mensch zu dir und so weiter. Viele sind sich nicht bewusst, dass es eine aktive Rolle ist, mit wem du arbeiten willst, wen du ansprichst.

Karin

23:08 - 23:12

Ich glaube nicht mal, dass es andere Kunden per se sind.

André

23:12 - 23:35

Wir meinen auch nicht die Notfälle bei der medizinischen Versorgung, wo man sich das aufteilt, wo auch rechtliche Dinge gelten. Ich meine auch nicht, dass es um das Thema der Werbung geht. Wenn du uns zuschaust und weißt, du darfst keine Heilversprechen machen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es unterschiedliche Gesetze, was das betrifft.

André

23:35 - 23:50

Aber ich darf keine Werbung machen. Ich darf nicht werben für meine Angelegenheit, meine Dienstleistung. Das hängt davon ab, welches Geschäftsmodell du wählst. Vielen ist es nicht bewusst, dass sie denken, sie seien froh, ihre Praxis sei voll.

André

23:51 - 24:05

Beispielsweise bei der Grundversorgung. Auch die klassischen Hausärzte sind ja gesucht. Das ist ja etwas, wo ein dringender Bedarf ist, wo es nicht mehr will. Genau aus diesem Grund.

André

24:05 - 24:22

Wenn du damit happy bist, okay, supertoll. Es ist aber limitiert, was deine Wirkung ist, wenn du dir vorstellst, du möchtest ein anderes Leben, anders arbeiten und Wirkung. Ich möchte die Menschen begleiten, aber auf eine andere Art und Weise. Und bei SHIFT werden wir da noch viel tiefer eintauchen.

André

24:22 - 25:00

Es ist ein kostenfreies Webinar am 25. Oktober, Sonntag. Ich packe dir unten einen Link rein, wenn dich das anspricht. Weil da gehen wir darauf ein, was wir in den letzten fast schon Jahrzehnten unserer Tätigkeit, wo wir ganz viele Therapeuten und menschbezogenes Arbeiten völlig neu gedacht haben auch, auf was du achten solltest, wenn du dich entscheidest von deinem reinen Ich-arbeite-mit-einem-Klienten-während-einer-Stunde- oder-mit-einem-Patienten-während-15-Minuten-davon-weg-zukommen-oder-das-zu-unterstützen-mit-einer-anderen-Art, das dir noch viel mehr Freiheit gibt,

André

25:00 - 25:09

und vor allem, dass das Bewusstsein der Kunden, deiner Klienten, deiner Patienten, ein anderes wird, wenn du dein Geschäftsmodell umstellst.

Karin

25:10 - 25:16

Wir wissen ja alle und fühlen das, glaube ich, dass in Gesundheitswesen einiges passieren darf.

André

25:17 - 25:19

Ja, auch wird.

Karin

25:19 - 25:24

Ja, aber ich bin nicht so happy damit. Ja, es wird anders. Ich hoffe, es wird anders.

André

25:24 - 25:27

Ich meine schon auch gesetzlich. Es wird anders.

Karin

25:27 - 25:37

Die Methoden ... Ja, ich meine das aber anders. Oftmals warten wir darauf, dass es anders wird. Wir sind ein Teil des Gesundheitsmarktes.

Karin

25:37 - 26:13

Wenn wir nur warten und sagen, wir hoffen, die Menschen werden bewusster, die Schulmedizin will nicht nur Symptome wegmachen, nicht nur da forschen, wo es viel Geld gibt, sondern dass es auch Frequenzenergie und Medizin geben wird usw., wenn wir einfach darauf warten, dass das passiert, sind wir wieder passiv und vielleicht auch im Klagenmodus. Es ist halt so. Ja, ich habe jetzt halt diesen Job, ich habe jetzt diese Ausbildung, und es ist halt so, da muss ich jetzt halt durch.

Karin

26:13 - 26:46

Und ich bin absolut kein Fan davon, sondern auch zu sagen, wie kann ich das schon in meinem Rahmen verändern? Weil wir sind die, die den Gesundheitsmarkt revolutionieren, nicht die Pharma. Die Firma macht das schon auf seine Art und Weise. Aber wenn wir sagen, wir möchten, dass es anders wird, dass Menschen nicht nur das Gefühl haben, ich komme, bitte mach es mir weg, dann müssen wir nicht warten, dass die anders werden, sondern dass wir Dinge anders anbieten.

Karin

26:46 - 26:52

Und dass genau auch Bewusstsein passieren kann durch das, dass wir anders arbeiten.

André

26:53 - 27:12

Und nicht nur in der Wirkung. Es gibt natürlich in jeder Struktur Regeln. Und diese Regeln meine ich, die natürlich gerade auch im Gesundheitsbereich, im Heilbereich dafür sorgen, dass ich beispielsweise keine Heilversprechen machen darf oder wie das länderspezifisch geregelt ist in den Gesetzen. Ich weiss, dass in Österreich noch mal ein bisschen härter geregelt ist.

André

27:12 - 27:27

Auch Coaching beispielsweise darf nicht jeder anbieten. Und das ist ja klar reglementiert, wer was tun darf, auch neben den Ärzten. Und das ist länderspezifisch geregelt. Ich meinte eher diese Regeln.

André

27:27 - 27:38

Und wenn du dich eingeengt fühlst, eh durch das, Wenn du Mehrwirkung erzielen willst, dann darfst du dir ein Business- und ein Geschäftsmodell suchen, wo das möglich ist.

Karin

27:38 - 27:39

Klären, nicht suchen, ja.

André

27:39 - 27:57

Ja, die Modelle selber gibt es. Sondern es geht eher darum zu verstehen, dass du nicht das verlierst, was du am liebsten machst. Und ich unterstelle jetzt, wenn du uns zuhörst und zuschaust einfach, dass das Liebste, was du hast, ist, dass du Menschen zur Heilung begleitest. Das war der Grund, warum du es gelernt hast.

André

27:57 - 28:14

Und vielleicht schreckt dich auch das ab, dass du mit ganz vielen anderen in einem Geschäft konfrontiert bist. Eben mit, wie komme ich zu neuen Kunden? Wie verkaufe ich denn richtig? Dich mit Mindset-Themen beschäftigen, weil das System ein anderes ist, als wenn du in einem Kassensystem beispielsweise drin bist.

André

28:14 - 28:17

Oder wenn du dich nicht nur auf Mund-zu-Mund-Werbung

Karin

28:17 - 28:33

Viele haben doch die Frage im Kopf, wie das gehen soll. Das, was sie kennen, können sie bei sich anwenden. Sie sehen, das funktioniert, Menschen kommen. Das funktioniert vielleicht auch für Kollegen.

Karin

28:33 - 28:35

Dann kommt die Frage, wie das gehen soll.

André

28:35 - 28:37

Wie soll das gehen?

Karin

28:37 - 28:55

Weil diese Modelle ... Wir leben sie, wir unterrichten sie auch, wir führen Menschen aus der Praxis, die zu eng sind, in ein Geschäftsmodell, das freiheits- und ortsunabhängig ist. Viele fragen sich aber ganz ... Sie erlauben ...

Karin

28:57 - 29:18

Bei mir habe ich das gesehen, aber auch bei vielen anderen. Man erlaubt sich manchmal gar nicht zu denken, wie geil das wäre, nicht ortsunabhängig. Wenn ich Menschen wirklich gross bewegen könnte, wenn Menschen tatsächlich sich entscheiden, nicht für einen Einzeltermin, sondern mit mir wirklich einen Weg zu gehen. Wie cool wäre das, wenn ich nicht acht Termine am Tag hätte und anhören muss, was alles nicht funktioniert.

Karin

29:19 - 29:34

Aber dann kommt oft, ich weiss nicht, ob du das auch kennst, so ein Männchen oder Frauchen im Kopf, der sagt, ja, aber wie soll das denn gehen? ohne zuerst mal sich zu erlauben, ich will genau das. Ich will genau das. Wie meinst du das?

Karin

29:36 - 29:52

Ich will genau das, dass es funktioniert, dass es uns unabhängig ist, dass ich keine Achttermine haben muss. Das war für mich oft gar nicht die Erlaubnis. Es ist halt so. Ich kann mir nicht etwas wünschen, was ich ja nicht haben kann.

Karin

29:52 - 30:10

Dann enttäusche ich mich ja. Ich funktioniere extrem so. Und ich kenne ganz viele sehr gute Therapeuten, auch Ärzte, die eine ausgebuchte Praxis haben, die mir aber erzählen, ich kann keine fünf Jahre oder zehn Jahre mehr so arbeiten. Ich merke, dass es für mich nicht mehr funktioniert.

Karin

30:11 - 30:27

Ich erzähle dann, ich mache es anders. Wie soll das gehen? Das stoppen viele, weil sie denken, sie sehen keine Möglichkeit. Dabei ist es die weltvolle Möglichkeit, und wir zeigen sie auch auf.

Karin

30:27 - 30:37

Gleichzeitig ist es genau das, wenn du dir manchmal diese Frage stellst, wie das gehen soll, dann ist es eine absolute Einladung, in das Schiff zu kommen.

André

30:39 - 30:55

Ich habe kürzlich eine ganz interessante Perspektive gehört. Ich glaube, das war in einem YouTube-Video. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Es passt so gut hier rein.

André

30:55 - 31:25

Es gibt drei Säugetiere, bei denen bei den Frauen die Reproduktion im Übergang zur dritten Lebenshälfte eingeschränkt wird. Das ist der Mensch, das ist der Killerwall und das ist der Elefant. Und er hat die Frage gestellt, was würde Sinn machen, das Wertvollste des Lebens, nämlich Leben zu schenken, einzuschränken. Es bringt ja nichts, wenn du lauter Großmütter hast.

André

31:25 - 31:41

Beim Mann kann jederzeit sterben, weil die Reproduktion gegeben ist. Der hat in der Regel eine statistisch kürzere Lebenszeit. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei den Tieren und den Elefanten auch so ist. Aber sie sind ja immer die Weibchen.

André

31:42 - 32:14

Und er hat dann etwas gesagt, was mich sehr bewegt hat, was dazu passt. Wir sind nicht nur hier, um Leben zu geben, also die Frauen, sondern es geht um die Erfahrung weiterzugeben. Und die Erfahrung weiterzugeben, das ist ein Grund, auch mal das Geschäfts- oder das Businessmodell zu überdenken. Weil wenn wir nur dran sind, Leben zu retten, gerade bei den Ärzten, dann bleibt das auf der Strecke, was ebenso wichtig ist, die Erfahrung.

André

32:15 - 33:05

Das hat mich berührt, weil ich gedacht habe, das ist ein valid point, es ist ein wertvoller Punkt, darüber zu sprechen, dass ein Teil unseres Lebens auch darum geht, die Erfahrung weiterzugeben. Und das mache ich halt beschränkt, wenn ich das nur immer im Eins-zu-Eins, in diesem, ich habe jetzt eine Viertelstunde für Sie, meistens ist ja je nach Modell noch gehetzt, ich habe nur eine Viertelstunde für Sie und danach gehen Sie bitte wieder, weil der nächste Patient steht schon vor der Tür. Und was ist, wenn daraus – und was ganz viele dann tun – ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das mehr Menschen glücklich macht, das mehr Menschen ein reiches Leben schenkt und das mehr Menschen auch dich, wenn du als Therapeut, Therapeutin, Heilerin unterwegs bist, das Wissen, die Erfahrung, die du hast,

André

33:05 - 33:11

tatsächlich in der Form von einer Erfahrung auch an deine Klienten, Patienten weitergegeben werden kann?

Karin

33:12 - 33:46

und auch übergeben kann. Manchmal denke ich, Wirkung empfangen wir ja auch aus uns heraus, wo wir gerade sind. Wenn wir ständig im Überlebensmodus sind, weil wir gestresst sind, weil wir das Gefühl haben, andere 15 Menschen warten auch noch, und ich habe heute noch acht zusätzliche Klienten, und ich bin dann im Überlebensmodus, einfach nur noch zu funktionieren. Armen ja nach.

Karin

33:46 - 34:31

Das heisst, wenn ich zu jemandem komme, der schon beim Nervensystem hochfährt, dann ist das eine hohe Einladung für das System, sich einzuschwingen. Also wenn Menschen sich dann einschwingen in deine Gefühlslage, in deinen Stress oder in dein Wohlgefühl, was dann auch immer. Und das ist ein großer Teil, ob schulmedizinisch oder alternativmedizinisch, der oft weggelassen wird oder gar nicht so wichtig genommen wird, wie er wirklich für mich auch ist, auch nachweislich, wissenschaftlich. Und wenn ich ständig im Überlebensmodus bin und das Kunden sich dann nachahmen, die sind ja von der Wirkung her schlechter da als ...

Karin

34:32 - 34:47

Als vorher. Entweder schwinge ich mich auf die Kunden ein. Das war sehr spannend, als ich noch Sozialarbeiterin war. Wenn Kunden sehr stark depressiv sind oder hoffnungslos, dann ...

Karin

34:47 - 35:05

ist es viel herausfordernder, in seiner eigenen Energie zu sein, als da nicht einzuschwingen und ständig das Gefühl zu haben, unbewusst auch, weil wir uns einschwingen. Das ist ein Grundgesetz. Entweder schwingt sich jemand auf dich ein oder du dich auf das Gegenüber.

André

35:05 - 35:13

Das ist ja auch ständig so. Das ist nicht nur eine Woche so. Außer du hast Urlaub. Das ist ständig so.

André

35:13 - 35:37

18-mal am Tag oder sogar 20-mal, wenn du 20 Patienten oder Klienten hast am Tag. In einer halben Stunde hast du einen Viertelstundentakt. Ich stelle mir vor, das ist die Fließbandarbeit wie eine Kassiererin oder Kassierer im Supermarkt, wo es so viele Kontakte gibt. Kein Kontakt ist aber ausreichend tief, um wirklich auch die Zeit dafür zu nehmen, Und das hinterlässt Spuren.

André

35:37 - 35:45

Dann gehst du nach Hause mit all diesen Eindrücken und fragst dich, warum dein eigenes energetisches System sich komisch anfühlt.

Karin

35:46 - 35:51

Nimmst du ein Seminar, wo das heisst, grenz dich besser ab.

André

35:51 - 36:21

Dabei liegt das Thema gar nicht in dieser Abgrenzung, sondern das liegt ja woanders, dass du eine Art hast mit den Klienten, in der Form, wie du mit Klienten arbeitest, wo dir nicht erlaubt, in deiner eigenen Tiefe für dieses Leben mit den Klienten zu arbeiten. Das finde ich krass. Dann nimmst du diese Geschichten mit nach Hause, und die, die darunter leiden, ist vielleicht noch die Familie, die Partnerin, Oder die Geschichte auch. Was ist, wenn du das vielleicht mit deinem Partner machst?

André

36:21 - 36:42

Dann hast du ein großes Projekt vor, dann ordnest du alles dieser Praxis unter, die örtlich gebunden ist, weil du das nicht anders kennst. Oder du hast vielleicht einen Kinderwunsch, du möchtest in die Familienplanung rein, und dann weisst du, jetzt arbeite ich zu zweit. Was passiert, wenn ich jemanden in der Kinderbetreuung habe?

Karin

36:42 - 37:00

Ich glaube, viele überlegen sich dann auch, ich bin ja TCM-Therapeutin, ich muss ja Nadeln stecken. Oder ich massiere einen grossen Teil, ich muss ja vor Ort massieren. Ich glaube, diese Gedanken kommen ganz sicher hoch. Auch das ist etwas für den Shift.

Karin

37:00 - 37:21

Wir zeigen auch da nicht, wie du online massierst. Aber was für Möglichkeiten da sind, dass du wesentlich mehr Wirkung erzeugst und das auch teilweise kombinieren kannst. Das heisst ja nicht, es ist das eine oder das andere. Das kann sein, aber gleichzeitig ist es auch immer eine Möglichkeit zu kombinieren, aber nicht im Kleinen.

Karin

37:21 - 37:46

Ich sehe das immer wieder, dass Menschen sagen, ja, ich möchte gerne Gruppen. Weil bei Gruppen habe ich eine grössere Wirkung und dann machen sie, ich weiss, ich trägere da jetzt so eine Meditationsgruppe am Dienstagmorgen. Oder das Kakao-Ritual am Freitagabend. Für 30 Franken oder Euro kannst du mit 15 Menschen im Kreis sitzen.

Karin

37:46 - 37:55

Da ist unternehmerisch alles ... Das ist ein schöner Gedanke, aber das meinen wir nicht. So skalierst du nicht. Das ist eben auch wieder ...

Karin

37:56 - 38:26

Ein Modell, das so viel zu klein ist, was aber viele als Schritt nur sehen. Viele denken, es wäre cool, Menschen zusammenzubringen, mal das auszusprechen, was ich sonst im Einzeltermin mache. Also mache ich kleine Gruppen, wo ich vielleicht online am Abend so eine Gruppe mache. Das macht mir im Herzen weh, Ich finde den Gedanken dahinter mega cool, aber die Ausführung ist nicht unternehmerisch gedacht.

Karin

38:26 - 38:54

Ich kann dir versichern, nach drei Monaten findest du, da kommt nur noch die Hälfte. Eigentlich ist es nur noch zusätzliche Belastung, aber an deinem Umsatz und an deiner Freiheit verändert sich nichts. wo du noch reisen willst, mehr Zeit mit deinen Kindern verbringen willst, wo du noch ein Buch schreiben willst, wo du sagst, du wolltest eine neue Therapieform oder Methode entwickeln. Für genau das bleibt keine Zeit.

Karin

38:54 - 39:01

Das ist zu klein gedacht. Genau da kommen wir ins Spiel mit der Schrift, finde ich.

André

39:01 - 39:08

Ich muss nämlich klein bleiben. Im Gegenteil.

Karin

39:08 - 39:09

Du hast so viel Wirkung.

André

39:09 - 39:24

Nein, das wollte ich nicht sagen. Es muss ja nicht klein bleiben. Es ist gesetzt, dass das so ist, weil es die Alternative nicht geben würde. Wie oft haben wir gemerkt, dass die Alternative ist, wir bauen die Dinge selber?

André

39:25 - 39:44

Wir sind selber tätig mit unserem Unternehmen. Wir haben Risiken getragen, sind weitergegangen und haben Dinge entwickelt, die es vorher noch nicht gab. Das ist auch Teil davon. Das Aufzubauen befriedigt eben mehr als etwas Kleines aufzubauen, das danach nicht läuft oder das danach nicht wirkt.

André

39:44 - 40:08

Oder das die Zeit frisst, aber finanziell dich nicht erfüllt oder finanziell nicht das rauskommt, was du gerne hättest. Das darf alles zusammen stimmen. Ich glaube, dass sich der Gesundheitsmarkt verändert. Die Menschen, die in diesem alten System bleiben wollen, wo ganz vieles vorbestimmt, wo ganz vieles reglementiert ist, das wird es weiterhin geben.

André

40:08 - 40:32

Es gibt aber auch jene, die bereit sind, mit dir zusammenzuarbeiten, dir auch mehr zu bezahlen für etwas, was sie genau von dir bekommen, wenn du uns jetzt zuhörst. Das ist genau wichtig, dass sie das von dir hören. Das ist genau wichtig, dass sie diese Dienstleistung, diesen Rat und diese Erfahrung von dir hören. Und das ist natürlich von Social Media bis zu den Modellen von Schulungen bis zu Webinaren.

André

40:32 - 40:41

Da können wir über alles sprechen. Da kann auch alles Sinn machen. Das werden wir angucken. Da gehen wir in die Tiefe rein am 25.

André

40:41 - 41:01

Oktober. Ich packe dir unten nochmal den Link. Also packst dir unten den Link rein und dann bist du herzlich willkommen. Wenn ich dieses Thema interessiert und du fair für dich sagst, ich möchte diese neun Optionen ausloten und wissen, was ich für mich bewegen kann in meinem Leben, dann ist der Shift deine Adresse und dein Termin.

André

41:01 - 41:02

Dein Termin am Sonntag.

Karin

41:05 - 41:11

Beide sind sehr cool. Es heisst «Shift», und wir schiffen da auch gerade die Zeit. Das habe ich erst nachher gecheckt.

André

41:11 - 41:16

Ja, also der Reminder in einer Woche ist dann, wenn diese Episode rauskommt.

Karin

41:16 - 41:18

Es ist um 10 Uhr, aber eigentlich um 11 Uhr. Du kannst trotzdem noch rausschlafen.

André

41:18 - 41:30

Du kannst trotzdem noch ein bisschen länger schlafen an einem wohlverdienten Sonntag. Genau. Es geht also um ganz viel Erfahrung selber, die man neu machen kann, und wir freuen uns einfach darauf.

Karin

41:31 - 41:34

Ganz viel bewegen. Ganz viel bewegen.

André

41:34 - 41:52

Lass uns auch wissen, wie du das erlebst. Du darfst uns gerne einen Kommentar schreiben oder auch eine DM auf Insta. Hast du dir das so vorgestellt, wenn du jetzt vielleicht fünf Jahre unterwegs bist, dass du Therapeuten, Menschen begleitest oder auch zehn, wenn du in deiner Praxis stehst? Ist das genau das, was du dir in dieser Form gewünscht hast?

André

41:53 - 42:09

Oder gibt es da diese Sehnsucht in dir, wo du sagst, ich möchte Teil von dem sein, dass ich es neu denke, dass ich es für mich denke, für meine Lieben, für meine Familie und zugleich auch für meine Patienten, für meine Klienten oder für meine Kunden? Dann lass uns das gerne wissen als Community-Frager und dann freuen wir uns auf dich.

Karin

42:09 - 42:15

Wunderschöne Woche bis um Sonntag, 25. Mai. Mit Glitzer, tschüss!

André

42:15 - 42:16

Mit Glitzer, tschau!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.