#91 Warum deine Gruppenangebote nicht funktionieren
Shownotes
Du hast unglaublich viel Wissen, jahrelange Erfahrung und stellst ein Gruppenangebot zusammen, in das du dein ganzes Herzblut steckst.
Und dann passiert … fast nichts.
Drei Anmeldungen. Zwei erscheinen. Und du fragst dich, warum deine Klienten offenbar lieber Einzelsitzungen buchen.
Vielleicht hat dein Angebot aber ein ganz anderes Problem.
Was hat dein Gruppenkurs mit einem selbst gestrickten Topflappen zu tun? Und warum können selbst ausgebuchte Retreats finanziell scheitern?
In dieser Folge nehmen wir ein paar unbequeme Wahrheiten über Gruppenangebote auseinander.
Und möglicherweise siehst du deinen nächsten Workshop danach mit völlig anderen Augen.
🎧 Kapitel – direkt zum Thema springen
00:00 – Warum deine Gruppenangebote scheitern
01:09 – Unser erster Gruppenkurs: Viel Liebe, wenig Ertrag
04:09 – Wollen deine Klienten wirklich keine Gruppen?
06:28 – Der Topflappen-Fehler: Gute Inhalte, schlecht verkauft
08:39 – Yoga nach Corona: Was hat sich verändert?
11:02 – Warum deine Methode noch kein Angebot verkauft
13:25 – Warum ein Retreat ausgebucht ist – und das andere leer
16:27 – Retreats: Viel Arbeit, erschreckend wenig Gewinn?
19:01 – Nach dem Retreat: Das vergessene Potenzial
21:45 – Warum offene Gruppen ihre Anziehung verlieren
25:04 – Der Denkfehler bei der Kursplanung
27:03 – Müssen Gruppenangebote wirklich günstig sein?
29:25 – Warum Menschen für Gruppen mehr bezahlen
32:55 – Die Einzelsitzung als Goldstandard – ein Irrtum?
34:20 – Feldarbeit: Was Gruppen zusätzlich ermöglichen
37:27 – Wie Gruppenangebote bedeutsam werden
42:17 – Verbindlichkeit: Warum Menschen wirklich kommen
45:36 – Kostenlose Workshops als Marketing – funktioniert das?
46:44 – Warum wir unsere Kunden manchmal unbequem herausfordern
48:52 – Was du aus einem gescheiterten Gruppenkurs lernen kannst
51:43 – Gruppen neu denken: Mehr Wirkung und wirtschaftliche Freiheit
💬 Deine Erfahrung interessiert uns!
Hast du selbst schon Gruppenangebote durchgeführt?
Dann möchten wir etwas von dir wissen:
Welchen Preis hast du für deine Gruppen verlangt – und welchen Zusammenhang siehst du zwischen dem Preis, den Anmeldungen und der Verbindlichkeit deiner Teilnehmer?
André stellt genau diese Frage bei 28:29 in der Episode.
Waren es 30 Franken pro Abend, 500 Franken für einen Kurs oder mehrere Tausend Franken für ein Gruppenprogramm?
Schreib uns deine Erfahrungen in die Kommentare auf YouTube oder auf Instagram. Wir sind gespannt, ob sich darin ein Muster zeigt!
📚 Quellen & Einordnung
Retreat-Nachfrage (2026)
BookRetreats – State of Retreats Report
Befragung von 1’040 US-amerikanischen Retreat-Interessierten.
Wirtschaftlichkeit von Retreats (2025)
Beyond Dharma – Branchenbefragung
Über ein Drittel erzielte weniger als 500 USD Gewinn pro Retreat, nur rund 10 % mehr als 5’000 USD. Kleine, nicht repräsentative Befragung mit über 35 Veranstaltern.
Nachbetreuung von Retreats (2026)
Durchschnittliche Bewertung der Nachbetreuung: 4,12 von 10 Punkten; bei Erstbesuchern 3,3.
Yoga Schweiz (2022) – Präzisierung
Schweizer Yogaverband / SonntagsBlick
Über zwei Drittel der befragten Anbieter meldeten Umsatzrückgänge. Das bedeutet keinen allgemeinen Rückgang der Gruppenteilnahme um zwei Drittel, wie in der Episode verkürzt dargestellt.
Komplementärmedizin Schweiz (2024)
66 % haben bereits Erfahrungen mit Komplementär- und Alternativmedizin gemacht. Der Wert bezeichnet die bisherige Nutzung, keine jährliche Nutzungsquote.
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Wir sind Karin & André – Die Heldenflüsterer.
Wir hinterfragen alte Vorstellungen über Heilung, Wahrnehmung und Business und eröffnen neue Perspektiven für Menschen, die mit ihrem Wirken Grosses bewegen wollen.
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Mit Karin & André
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André
00:00 - 00:25
Du probierst was Neues aus. Und zwar ein Gruppenangebot. Zusätzlich zu deinen Einzelsitzungen, die die Kunden ja bereits lieben. Du bereitest alles vor, überlegst dir einen geilen Workshop, einen PDF-Handout, richtest alles her mit den Kerzen, mit Kissen und bist einfach excited, dass du jetzt deinen Kunden, deinen Klienten noch was Neues anbieten kannst.
André
00:25 - 00:54
Du erzählst es ihnen, schreibst ein Newsletter und dann drei Anmeldungen. Zwei davon erscheinen dann und du fragst dich, was hab ich da falsch gemacht? Oftmals scheitern diese Gruppenangebote lange, lange bevor sich überhaupt der erste Mensch anmeldet. Und heute sprechen wir darüber, warum die einen Gruppenangebote so kläglich scheitern und warum die anderen durch die Decke gehen und fester Bestandteil eines therapeutischen Alltags sind.
André
00:54 - 01:04
Herzlich willkommen bei Fein und Fühlig. Hier sprechen wir über all das, was zwischen Seele und Business und deiner Praxis passiert. Ich bin André.
Karin
01:04 - 01:08
Und ich bin Karin. Hi, hi.
André
01:08 - 01:09
Hi.
Karin
01:09 - 01:19
Kannst du dich noch erinnern an unser erstes, ja, nicht erstes, aber mit den Heldenflüster war das das erste Gruppenangebot, das wir gemacht haben. Kannst du dich noch erinnern?
André
01:19 - 01:22
Unser erstes Gruppenangebot? Nein, kann ich mich nicht mehr erinnern.
Karin
01:22 - 01:33
Das war der Klassiker, das, was du gerade in der Einführung gesagt hast. Wir haben uns total gefreut, wir haben viel vorbereitet. Das war noch ein Offline-Event. Im Yoga-Studio, genau.
Karin
01:33 - 01:40
So ein Heldenreise-Märchen. Das war die erste? Ja. Wir haben mehr draufgelegt.
Karin
01:40 - 01:43
Wir hatten Freude dran, aber es war mehr Hobby als etwas anderes.
André
01:44 - 02:16
Eigentlich war das genau so, wie wir es beschrieben haben. Ich glaube, ganz vielen geht es ja so, dass sie voller Begeisterung was Neues wagen und die Begeisterung, weil man jetzt endlich sich aufgerafft hat, dieses Gruppenangebot zu prüfen, eigentlich dazu führt, dass man nur fehlen kann, weil man so begeistert ist davon, weil man sich so viele Dinge überlegt, aber eben nicht die wesentlichen Dinge, die dafür entscheiden oder darüber entscheiden, ob es ein Erfolg wird oder eben nicht. Das finden wir krass.
André
02:16 - 02:39
Als wir uns zu diesem Thema besprochen haben, als wir recherchiert haben, sind uns einige Zahlen über den Weg gelaufen, die uns darin bestätigen, warum es tatsächlich Kriterien gibt, die tatsächlich darüber entscheiden, ob etwas am Markt funktioniert oder etwas nicht. Und das ist ja unabhängig der Methode.
Karin
02:41 - 02:43
Ja.
André
02:43 - 03:00
Naja, weil wir haben ja ein sehr gemischtes Publikum, das uns zuhört, von Körpertherapeuten über ... Ärzte, Coaching, Yoga. Genau. In der Alternativen, aber auch in der Medizinischen, Psychologie, Psychotherapie oder Heilpraktika.
André
03:00 - 03:04
Da kann ich mir denken, die Märkte sind unterschiedlich, das müsste unterschiedlich funktionieren.
Karin
03:05 - 03:10
Ah, so meinst du das. Egal, ob Yoga, Persönlichkeitsentwicklung oder Coaching.
André
03:10 - 03:10
Genau.
Karin
03:10 - 03:20
Ich würde mal sagen, sogar Bildung und so weiter. Die funktionieren ähnlich. Ich weiss nicht, ob du dieselben Zahlen meinst wie ich, aber ich war ziemlich schockiert. Ja, wir kommen dann im Gespräch.
Karin
03:20 - 03:41
Ah, okay. Ich war ziemlich schockiert von den Zahlen. Denn wir haben das Gefühl, wir kennen alle Menschen, die schon solche Dinge angeboten haben oder Meditationsabende anbieten. Und wir kennen ja alle vielleicht auch dieses «Es kommen nicht ganz so viele» oder «Ich war eine Kleine» oder «Sie melden sich einfach nicht mehr an».
Karin
03:41 - 03:53
Auch solche, die ausgebucht sind. Ich habe letztens im Dozentenzimmer mitgelauscht. Ausgebuchtes Retreat ist defizitär. Auch Hammer.
Karin
03:53 - 04:09
Nicht nur so, es kommt niemand, sondern es bleibt einfach nichts übrig, nebst dem Ganzen. Natürlich hat man Freude an dem, sonst würde man das nicht machen. Gleichzeitig ist es ja ein Unternehmen, ein Business. Nur Freude kann man nicht essen mit.
André
04:09 - 04:12
Ist es korrekt, zu sagen, meine Klienten wollen keine Gruppen?
Karin
04:14 - 04:38
Nein, rein von den Zahlen war ich überrascht, dass über die ganzen Generationen hinweg, von Gen X bis zu Millier, wirklich alle, rund 60 bis 70 % haben vor, einen Retreat zu buchen in den nächsten zwölf Monaten. Wow. Also anscheinend ist die ... Der Wille ist da.
André
04:38 - 04:56
Der Wille ist da, aber es ist entscheidend, wo ich das Geld ausgebe. Lass uns noch mal zurückkommen. Was glaubst du denn, was sich ganz viele erzählen, wenn sie zum ersten Mal ein Gruppenangebot machen? Oder vielleicht zum zweiten Mal, und das performt noch nicht, das ist noch nicht so gut, wie man sich das überlegt.
André
04:56 - 05:09
Der Ertrag rechtfertigt in keiner Art und Weise den Aufwand. Fehlt es da einfach ein bisschen an Härte, an Durchhaltewillen? Wie siehst du das?
Karin
05:09 - 05:16
An vielen. Wir sind noch nicht bei den Fehler-Gags. Bei den Fehlern im Sinne von, was kann alles passieren, wieso das nicht funktioniert.
André
05:16 - 05:30
Beispielsweise bei der Gruppe. Ist es tatsächlich so, dass man sagt, okay, meine Klienten wollen halt einfach keine Gruppen? Festgesetzt ist. Stimmt das überhaupt?
Karin
05:30 - 05:48
Ich glaube nicht daran. Wir erleben es auch anders. Ich glaube, es ist etwas Marketing- und Informationstechnisches und auch, wie das selber eingebettet ist. Sind wir ehrlich, die meisten machen das auch nicht, weil sie denken, es ist ein geiles Angebot, ein grosser Standbein in meinem Business.
Karin
05:49 - 06:04
Die meisten denken, und ich war genau so, weil ich noch gar nicht unternehmerisch gedacht habe, Es ist noch schön, einen Samstagnachmittag eine Heldenreise zu machen. Wir haben ganz früh Jahreskreisegruppen gemacht. Auch der Klassiker.
André
06:04 - 06:05
An die erinnere ich mich.
Karin
06:05 - 06:25
Jede Jahresreise, respektive jedes Jahresfest haben wir ausgeschrieben, für 30 Fr. Das war nicht so, dass wir sagten, das sei ein Bestandteil unseres Businesses und mega erträglich, sondern es ist so, Es wäre noch schön. Ich habe da was zu geben. Es wäre noch schön.
Karin
06:26 - 06:28
Es ist ja alles in Ordnung, aber es ist kein Business.
André
06:28 - 06:46
Es kommt mir manchmal so vor. Jetzt finden ja wieder die Märkte statt, die Weihnachtsmärkte usw. Das ist ein bisschen wie die selbstgebastelten Dinge. Ich sage ganz ehrlich, ich schaue mir die gerne an, aber ich bin auch froh, dass ich vorüberziehen kann.
Karin
06:47 - 06:49
99 % davon, muss man sagen.
André
06:49 - 07:04
Dass ich da wieder weitergehen kann. Natürlich finde ich es cool, wenn Susi diesen Topflappen strickt und ich anerkennen kann, dass da ganz viel Liebe und Energie reingibt. Aber es löst bei mir nicht unbedingt das Bedürfnis auf, diesen Topflappen zu kaufen.
Karin
07:04 - 07:29
Aber das Krasse ist, diese Retreats sind gar nicht so aufgebaut. Das sind nicht branchenfremde Menschen, die sagen, sie würden gerne mit zehn anderen meditieren. Das sind Fachmenschen, die jahrelang studiert haben, krasses Wissen haben, mega Erfahrung haben und das machen. Man verkauft es in topflatten Manier.
Karin
07:30 - 07:37
Aber dahinter steht dir ganz was anderes. Nicht, dass es so aussieht wie das, was du anbietest. Kann nichts. Im Gegenteil.
Karin
07:37 - 07:42
Aber es kommt in der Verpackung vom Topflappen.
André
07:42 - 07:54
Es kommt in der Verpackung vom Topflappen. Ja, es kommt ein bisschen hemmärmelig oftmals daher. Wobei das nicht das einzige Kriterium scheint zu sein. Wir werden das ja noch angucken.
André
07:54 - 08:08
Was sagt denn wirklich? Jetzt probiert das jemand aus. Jetzt ringt sich jemand durch. Ich weiss, bei ganz vielen Therapeuten ist ein Gruppenangebot nicht so vorderst auf der Liste von wichtigen Dingen, die zum Business oder zur Praxis, zum Praxisalltag gehören.
André
08:09 - 08:28
Und jetzt ringt man sich da durch und jetzt kommen diese drei Nasen. Und jetzt denkst du dir, das ist ein Fail. Vielleicht fühlst du dich ja persönlich quasi betroffen, dass so wenige reagieren. Du denkst, dein Angebot ist so schlecht, weil das scheinbar nicht ins Schwarze trifft bei deinen Klienten.
André
08:29 - 08:39
Und was sagt das tatsächlich über die Nachfrage aus, die so ein Angebot hat? Sind den Gruppenangebote tatsächlich weniger nachgefragt? Kann man das sagen?
Karin
08:39 - 09:00
Das kann man so nicht sagen. Wenn du mich fragst, was denkst du? Klar, man muss auch die Zahlen angucken. Seit Corona – und das fühlen wir ja alle – seit Corona, ich habe da so eine Vereinsstatistik, von dem Yogaverband der Schweiz.
Karin
09:00 - 09:10
Aber es wird nicht nur schweizweit so sein. Das kann man sehr gut international auch übertragen. Zwei Drittel Rückgang bei Yoga bei Gruppenangeboten.
André
09:11 - 09:12
Also vor Ort.
Karin
09:12 - 09:17
Vor Ort. Es ist megakrass. Megakrass seit Corona. Wir spüren ja alles.
Karin
09:17 - 09:27
Es hat sich etwas verändert seit Corona. Nicht nur in diesen Gefilden. Aber Menschen machen ja nicht darum weniger Yoga. Im Gegenteil.
Karin
09:27 - 09:44
Man erkennt, dass Menschen mehr Yoga praktizieren, aber nicht mehr in Gruppen angeboten oder nicht mehr in solchen Gruppen angeboten. Man wurde einfach nicht involativ. Man bleibt beim Alten hängen, weil man denkt. Und wenn du sagst, wollen Menschen tatsächlich Einzeltermine?
Karin
09:44 - 10:11
Ich glaube, ja, teilweise, natürlich. Auch da hat 70 Prozent Kontakt zu Alternativmedizin in der Schweiz von Menschen. Da ist sicher Nachfrage und sicher auch Nachfrage im Sinne von Einzelsessions. Aber da ist noch so viel mehr Potenzial für Menschen, die sagen, ich bin ja nicht krank oder ich will jetzt nicht irgendwann in die Massage gehen und mir rückenweh manifestieren, dass ich gehen darf, muss man auch mal sagen.
Karin
10:11 - 10:42
Das ist ja auch eine Form. Wir hatten letztens gerade einen Business Call, wo ein Kundin sagte, grundsätzlich seien wir auch Mitmanifestierer für Symptome, weil Menschen erst kommen, wenn sie Symptome machen, wenn wir klassisch arbeiten. Und das ist ins Ziel getroffen. Auch Menschen, die immer mehr bewusster werden, Corona ganz viel aufgewacht, sagen, es gehe ihnen nicht mehr darum, Symptome zu haben, sondern sie wollen irgendwo hingehen.
Karin
10:43 - 10:51
Irgendwo hingehen im Sinne von einer Vision. Ich will etwas erreichen. Und das ist meistens überhaupt nicht verkoppelt mit Einzeltermin. Das ist auch nicht die beste Wahl.
Karin
10:51 - 10:58
Und da kommen die Gruppenangebote, glaube ich, sehr stark rein. Aber nicht auf die Form wie die Topflappen.
André
10:59 - 11:02
Sind die Angebote schlecht?
Karin
11:02 - 11:17
Ich würde nicht sagen, dass die Angebote schlecht sind. Die Inhalte sind sicher toll. Viele Menschen können wirklich viel geben. Der eine Punkt ist, dass die Menschen oft in Gruppenangeboten landen, wenn sie das geben, in Form von Anleitungen.
Karin
11:18 - 11:36
Wir machen etwas gemeinsam oder ich leite was an, erkläre, wie der Dreifacherwärmer von der CCM funktioniert oder wie man ernähren sollte. Oder wir meditieren zusammen. All das ist nicht wirklich die höchste Wirkung, wie man sie machen kann in Gruppen. Da kommen wir vielleicht nachher noch dazu.
Karin
11:36 - 11:57
Das andere ist die Verpackung tatsächlich. Die Menschen sind sich gewohnt, Einzelsessions ... nach aussen zu tragen, Marketing zu machen oder eben mehr oder weniger Marketing zu machen, aber sind sich nicht gewohnt, was es bedeutet, eigentlich ganz anders zu kommunizieren bei Gruppenangeboten als bei Einzelsessions. Ich glaube, das ist der grösste Teil.
Karin
11:58 - 11:59
Was denkst du?
André
11:59 - 12:07
Mir kommt nach dieser Unterscheidung, gehe ich da hin, weil ich ein Problem habe oder weil ich eine andere Erfahrung suche.
Karin
12:08 - 12:08
Okay.
André
12:08 - 12:27
Das eine ist das Vereinsangebot. Vereine gehen schon seit Jahren dramatisch zurück. Das heisst, das Angebot des Sozialen in einer Gruppe so zu erleben, nimmt ab. Aber was man nicht sieht, ist der Business-Aspekt, der Praxismodell-Aspekt.
André
12:27 - 12:51
Ich habe den Eindruck, bei ganz vielen Angeboten, die mir über den Weg laufen, ist immer noch das Modell, ich bin Therapeut und kann dir was Cooles mitgeben. Der Weg müsste aber eigentlich ein anderer sein. Eigentlich müsste es sein, dass ich ohne dieses Angebot nicht ans Ziel komme. Ohne dieses Angebot werde ich meinen Weg nicht beschwerlicher.
André
12:52 - 13:13
Es muss nicht nur Pain-Marketing sein, in den Schmerz rein. Aber das fällt mir auf. Es ist eine Absendergeschichte. Ganz viele geben einfach das Angebot rein, weil sie denken, das Angebot allein der Leser, der Leserin, der Kunde würde dann entschlüsseln, was das für sie, für ihn bedeutet.
André
13:13 - 13:25
Und das ist etwas, was man wirklich sagen kann. Die kommen nicht mal dahin, zu beurteilen, ob das Angebot gut ist. Die verstehen nicht mal, was das Angebot bedeutet.
Karin
13:25 - 13:37
Oder es ist nicht bedeutsam. Ich glaube, das ist ein Riesenpunkt. Wir kennen eine wirklich gute Yoga-Lehrerin. Die ist wirklich cool, macht megacoole Klassen.
Karin
13:37 - 13:58
Sie hat letztes Jahr einen Retreat ausgeschrieben. Ich glaube, es waren zwei. Das eine war völlig voll in einem anderen Land. Und das eine war wirklich enttäuschend leer für sie, wo sie extra zu Hause war, für die, die sich das nicht leisten können, auch noch zu reisen oder zu Hause bleiben wollen oder was auch immer.
Karin
13:58 - 14:29
Also diese Gedanken. An dem exemplarisch finde ich es sehr schön, zu zeigen, was da passiert. Es ist bedeutsam, wenn es ein Ereignis ist, wenn es ein Event ist, wenn es vielleicht noch was ist wie, da muss ich anreisen in dieses Land an einem bestimmten Ort. Vielleicht hat das Retreat auch noch, im besten Fall, ein Thema, ein Transformationsthema, wo ich wirklich mit einem Thema hingehe, wo ich wirklich sage, das ist für mich bedeutsam für mein Leben.
Karin
14:30 - 14:41
Und das andere ist so quasi, ja, kann ich daheim bleiben, könnte ein paar Stunden Yoga machen. Ja, ist jetzt anstatt an einem Konzert, aber es ist nicht soweit einsam.
André
14:41 - 14:47
Ja, es ist nice to have, aber eigentlich würde mir auch nichts fehlen, wenn ich da jetzt nicht mit dabei wäre.
Karin
14:47 - 14:53
Mal gucken, ob ich gehe. Ich kann ja noch gucken, ob das ich, also so vier Stunden vorher, ob ich Lust habe drauf.
André
14:53 - 15:14
Man könnte sagen, ein so schlecht besuchter Workshop oder ein schlecht besuchter Kurs ist noch kein Beweis dafür, dass der Kurs schlecht ist, sondern er zeigt einfach, dass genau dieses konkrete Angebot nicht die Bedingung erfüllt, genügend Nachfrage zu erzeugen.
Karin
15:15 - 15:37
Es ist nicht bedeutsam und wird nicht so kommuniziert. Die meisten Kurse, die man sieht, sind über die Methode verkauft. Ich meine nicht nur deine Methode, wie z.B. Meditation, Yoga, vielleicht sogar themenbasiert, vielleicht über Kiefer oder Reizdarm, was auch immer.
Karin
15:37 - 15:51
Aber auch so Sachen wie Raunächte. Das ist so ein Klassiker. Jetzt machen alle was zu Raunächten. Spannend, sehr spannend, weil die wenigsten haben einen wirklichen Bezug dazu, glaube ich, fachlich.
Karin
15:51 - 16:05
Aber es ist eine gute Zeit, da kann man was machen, gehen Leute in die Kurse. Raunächte. Auch das ist Methodik. Ja, du kannst die Raunächte mit mir zusammen verbringen.
Karin
16:05 - 16:17
Niemand wird höchstwahrscheinlich 5'000 Fr. dafür bezahlen, vielleicht 130 oder 200. Maximal. Das mache ich mal, so Adventskalender nach dem Advent.
Karin
16:17 - 16:27
Aber es ist nicht bedeutsam. Es ist nicht bedeutsam, einfach die Raunächte zu verbringen. Und hey ... Alles easy, man kann solche Dinge anbieten.
Karin
16:27 - 16:49
Aber dann ist es nicht ein Bestandteil des Einkommens, dann ist es wirklich Hobby. Oder man bindet das anders ein ins Unternehmen. Die wenigsten haben eine Unternehmensstruktur tatsächlich kreiert. Sie haben entweder Einzelsessionen und dann kurzmässig noch was, aber haben sich nie überlegt, wie sich die finanziell vereinigen.
Karin
16:51 - 17:07
Das ist schon spannend. Das war für mich früher auch völlig ... Ich habe Einzelsessionen und mache noch Kurse, die mir Freude machen, weil ich da noch etwas zu geben habe und gerne selber darüber spreche. Das wäre noch wertvoller für alle.
Karin
17:07 - 17:42
Aber dass das ein Unternehmen ist und wie ich das aufbauen kann, dass es finanziell erfolgreich ist ... Ich habe schockierende Zahlen gesehen, international. Ein Drittel der Menschen, die Retreats machen, verdienen weniger als 500 US-Dollar im Gewinn mit einem Retreat. Noch mal.
Karin
17:42 - 18:01
Ein Drittel aller Retreat-Angebote verdienen weniger als 500 US-Dollar Gewinn pro Retreat. Das ist finanziell nicht haltbar. Das ist ein Goodie nebenher, mit 500 US-Dollar. Wenn du so etwas ...
André
18:02 - 18:03
Das ist nicht substanziell.
Karin
18:03 - 18:14
Nein, das ist nicht substanziell. Da verdiene ich mir noch was nebenbei. Nur 10 % sind über 5'000 US-Dollar Gewinn pro Retreat. Nur 10 %.
Karin
18:14 - 18:31
Also möglich ist es. 5'000 ist auch nicht wahnsinnig viel, wenn man weiss, wie viel Arbeit so ein klassisches Retreat macht. Da muss man schon sagen, das geht und kann man machen, wenn man Freude daran hat.
André
18:31 - 19:01
Das ist natürlich die Frage, ob diese 500, die mit dabei sind, ob dein Aufwand bereits abgerechnet ist, ob dieser Gewinn und zu was ... Wenn du einen Retreat machst und 120 Euro oder 120 Franken als deinen eigenen Lohn einrechnest, dann ist es ja noch mal tragisch, wenn du glaubst, in dieser Form ein geeignetes Mittel ist, um deine Praxis nach vorn zu bringen und auch dein Einkommen und Verdienst zu steigern.
Karin
19:01 - 19:33
Ausser, es ist eingebettet in deine Businessstruktur, dass du sagen kannst, das Retreat ist ein Eingangstor für ein Gruppenprogramm, das durch das Jahr läuft, weil die Menschen von dieser Studie sagen, drei bis vier Punkte geben sie von zehn Punkten für die Nachbetreuung in Retreats. Bedeutet, die Retreats werden viele für gut enthalten, im Sinne von die Wegen, aber sie können das nicht integrieren und haben keine Nachbetreuung.
André
19:33 - 19:45
Das wäre ein Riesenmarkt. Du machst ein gutes Retreat, verdienst erst mal am Retreat nichts. Oder fast nichts. Wenn es überhaupt stattfindet und durchgeführt werden kann, der Teilnehmer her.
André
19:45 - 19:49
Und nur einen ganz kleinen Prozent. Du hast gesagt, zehn Prozent, ein Prozent.
Karin
19:50 - 19:51
Zehn Prozent machen mehr als 5'000?
André
19:51 - 20:08
Zehn Prozent machen mehr als 5'000. Danach scheitert es in der Bewertung daran, dass du nicht nachfasst, dass die nicht irgendwo betreut werden, wahrscheinlich auch nicht in die Newsletter reinfließen, wo du sie tatsächlich als Kunden abholst oder als Klienten behältst. Keine Angebote mehr platzieren.
Karin
20:08 - 20:29
Ja, das sehen wir auch. Wir fahren jahrelang an Seminaren, jährlich an Megaseminaren, die wirklich sehr viel bewegt haben, und haben die Menschen meistens ein Jahr später wieder gesehen, an ähnlichen Punkten, weil sie das nicht integriert haben und nicht konnten. Und ich habe immer schon gedacht, das wäre so ein ... Megamarkt.
Karin
20:29 - 20:47
Und so darf man denken, im Sinne von, die Menschen haben da Bedürfnisse. Ich meine, mit Nachbetreuung, nicht im Intervall 1 zu 1. Das kann man machen, ist aber auch nicht so businesstechnisch. Sondern wenn du diese Menschen tatsächlich begleitest, dann ein Teil noch ...
Karin
20:47 - 21:02
Wie lange auch immer, das spielt keine Rolle. Nach dem Retreat kannst du das Ganze ganz anders verkaufen. Und die Bedeutsamkeit und die Wirkung steigt. Und das ist einfach nicht der gewohnte Weg.
Karin
21:02 - 21:19
Viele nehmen den gewohnten Weg. Ich mache einen Kurs, entweder ein Retreat oder sechs Abende, oder dann auch gerne mal gesehen, jeden Dienstagabend. Yoga, Meditation, Impuls. Ja, sag mal, dann kann ich halt mal nicht.
Karin
21:19 - 21:28
Es ist ja immer. Das ist wie deine Lieblingsband, die jeden Dienstag ein Konzert hat. Entweder bist du mega-fan und gehst immer.
André
21:28 - 21:32
Diese fünf, die dann immer persönlich da sind.
Karin
21:32 - 21:33
Das gibt es immer.
André
21:33 - 21:36
Frontrow, die dich einfach fant, egal, was du tust.
Karin
21:36 - 21:41
Oder es muss so bedeutsam und so anders sein, dass sie immer gehen.
André
21:41 - 21:43
Weisst du? Ja.
Karin
21:43 - 21:45
Das sind logische Geschichten.
André
21:45 - 21:57
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen Angeboten? Gibt es da auch Unterschiede? Du hast es angesprochen mit dem Kurs am Abend oder dieser offenen Gruppe, die einfach stattfindet. Der Zirkel.
André
21:58 - 22:06
Genau, der Zirkel, der Kreis, der einfach stattfindet. Du bindest deine Zeit. Dann kommt mal ein, dann zwei, dann vielleicht mal drei. Sehr unregelmässig.
Karin
22:07 - 22:22
Es kommen auch viele, aber du nimmst nur 30 oder 80 Franken pro Abend. Auch wenn es 15, 20 oder 25 kommen, ist das noch kein Verdienst, wo du sagst, das sei ein grosser Bestandteil deines Einkommens.
André
22:23 - 22:27
Du glaubst, der Punkt ist nur das Einkommen. Was siehst du noch?
Karin
22:27 - 22:45
Ich finde, das ist ein grosser Bestandteil, dass man darauf gucken darf. Man darf Dinge machen, die einem total Spaß machen. Gleichzeitig ist es ein Ungleichgewicht, wenn ich das Gefühl habe, ich mache das ständig. Gerade endlose Dinge zerlaufen sehr gerne.
Karin
22:45 - 22:56
Am Anfang sind da so Hype und wow, schön. Vielleicht kommen da auch einige. Wir haben das auch bei Jahreszeitenbegleitungen gesehen. Und irgendwann nimmt das ab.
Karin
22:56 - 23:08
Bei dir selber, Ausleiterin? Man erkennt das bei sich ja dann selber auch. Man merkt, okay, wenn immer das Gleiche ist, es nutzt sich ein wenig ab. Es ist nicht mehr dieses Excitement.
Karin
23:08 - 23:23
Es ist vielleicht so diese Gruppe, die immer die gleiche Gruppe, wo plötzlich so ein Dynamik gibt. Plötzlich fällt diese Dynamik und man hat das Gefühl, irgendwas passt nicht mehr. Also höre ich damit auf.
André
23:23 - 23:38
Weisst du, was ich glaube? Ganz viele dieser Angebote werden entwickelt aus der Sicht des Angebots, aus der Sicht des Therapeuten, der Therapeutin, der Begleitung. Coach, Junggarten. Genau.
André
23:38 - 24:07
Humangenergetiker, was auch immer. Und ganz viele das durften wir auch erleben und lernen, haben überhaupt nichts mit der Lebensrealität der Menschen zu tun, die sie ansprechen sollen. Die gehen einfach knallhart dran vorbei. Es ist nicht so, dass dein Angebot schlecht ist, sondern dein Angebot wird übersehen, weil überhaupt keine Triggerworte drin sind, weil es überhaupt nicht da catcht, wo der Mensch eigentlich hin will.
Karin
24:07 - 24:17
Und das Krasse ist ja, man hat nicht selber oft das Gefühl, weil man denkt, diese Menschen brauchen ja gerade jetzt Achtsamkeit. Diese brauchen ja den Ausgleich.
André
24:17 - 24:19
Ich wüsste, was du brauchst, ja.
Karin
24:19 - 24:27
Und wieso kommen die nicht? Weil ich sehe, die sind überlastet. Denen würde es ja gut. Und jedes Mal, wenn die kommen, sagen sie ja auch, das hat wieder gutgetan.
Karin
24:27 - 24:42
Wieso machen sie es denn nicht? Wir kennen das alle, oder? Das, was du auch sagst, die Kommunikation läuft absolut anders. Diese Bedeutsamkeit entwickelt sich anders, als dass man das Gefühl hat, man brauche einen Ausgleich.
Karin
24:42 - 24:57
Ja, es kann sein, dass ich 30, 40 Fr. zahle für einen Abend, anstelle ins Kino oder anstelle ein schönes Essen zu gehen, mache ich das jetzt. Aber die Bedeutsamkeit ist nicht so hoch. Ich kommite mich für eine Stunde, 40 Euro.
Karin
24:57 - 25:03
Aber das ist meistens kein wahnsinnig hohes Commitment.
André
25:04 - 25:36
Wenn ich jetzt eine Hypothese aufstelle, dann ist es tatsächlich so, dass 80 % der Zeit in diesen Gruppenangeboten darin bestehen, ein geiles Programm zu machen. Und nach 10 % mache ich mir noch Gedanken, über wen ich spreche und wie ich die Person anspreche. Was könnten sie brauchen? Und wenn es dann noch dazukommt, sind die restlichen 10 %, die sind dann noch, wie teuer soll es sein, welche Duftkerze verwende ich.
André
25:36 - 25:41
Grab ich nicht mit dem Kissen. Genau. Was für einen Kuchen.
Karin
25:41 - 25:43
Ah, gibt es noch. Genau.
André
25:43 - 25:45
Kuchen und Kaffee und Snacks usw.
Karin
25:47 - 25:50
Wir sind schon böse, ja. Ich drücke jetzt mega, ich weiss.
André
25:50 - 26:18
Wenn du merkst, dass das dein Gedankengang ist, ist es ja völlig cool. Vor allem, wenn du merkst, dass deine Gruppenangebote nicht so der Burner sind und die Welt bewegen und du nichts daran verdienst. Die unterschiedlichen Gruppenangebote müssen ein zentrales Bedürfnis erfüllen deines Klienten. Das ist ein Unterschied, ob ich einen Zirkel habe, der wöchentlich stattfindet oder zweiwöchentlich.
André
26:18 - 26:58
Das ist ein Unterschied, ob ich einen Kurs habe, der sechsmal dauert, mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende. Wenn nicht klar ist, was die Transformation daraus ist, wenn das Versprechen von dir als Anbieterin, als Anbieter nicht klar ist, was ich davon mitnehme, und das Messer scharf ist, dann wird dieses Angebot nicht so behandelt, wie es sein soll. Dann bleibst du auf der Strecke. Und das ist dann tatsächlich krass, weil ganz viele dieser Gruppenangebote einfach nicht funktionieren, genau aus diesen Gründen, die wir bisher schon gesprochen haben.
Karin
26:58 - 27:02
Und viele denken doch auch daraus, die müssen günstig sein.
André
27:02 - 27:02
Ja.
Karin
27:03 - 27:07
Denn sonst kommen die Kunden erst recht nicht.
André
27:07 - 27:17
Der dritte Punkt wäre die Businessseite, also deine Praxisseite, die ökonomische Seite. Da tun sich einfach ganz viele Therapeuten schwer damit. Ja. Warum?
André
27:17 - 27:36
Ich glaube, die haben sich daran gewöhnt, einen festen Satz zu nehmen, weil der branchenüblich ist, egal, wo der liegt, bei 90, 150, egal, was du vergütet bekommst, in deinem Regelwerk, vorgegeben von der Branche, dass man beim Gruppenangebot sich an das orientiert oder an dem orientiert, was man bereits kennt.
Karin
27:37 - 27:49
Es darf ja nicht teurer sein als das Individuelle, weil das höher gewertet ist. Dann würden sie nicht kommen. Sonst würden sie lieber zur Einzelsitzung kommen. Das ist der Glaubenssatz.
Karin
27:50 - 28:01
Ich glaube das nicht, aber das ist der Glaubenssatz. Das Günstige ist, weil es mehrere kommen. Sonst kommen die ja nicht. Das ist ein krasser Glaubenssatz, den hatte ich auch lange.
Karin
28:01 - 28:28
Mittlerweile weiss ich auch, Ich erkenne auch, die Dinge zwischen 30 oder 20, was auch immer, zwischen 10 und 500 Fr. sind die herausforderndsten zu verkaufen, weil da nicht wirklich ein echtes Commitment dahintersteht. Man denkt, wenn es günstiger ist, kommen die Menschen eher. Das ist ja das Krasse, oder?
Karin
28:28 - 28:29
Und es ist genau das Umgekehrte.
André
28:29 - 28:53
Wir machen völlig andere Erfahrungen. Schreib uns mal, wenn du jetzt zuhörst und du schon Erfahrung mit Gruppenangeboten hast. Lass uns mal wissen, in welchem Range diese Gruppenangebote gewesen sind. Könntest du da eine Beziehung herstellen und einen Zusammenhang zwischen der Höhe des Preises und dem, was du tatsächlich verlangt hast?
André
28:55 - 29:12
Schreibt uns doch mal oder schreibt einen Kommentar dazu. War dieses Angebot in diesem Preisrange zwischen 10 und 500 Euro? Ja, ich würde sogar sagen, unter 100 Euro. So ein regelmässiges Gruppenangebot bis 100 Euro oder so.
André
29:13 - 29:14
Lass uns das mal wissen. Wäre spannend.
Karin
29:14 - 29:23
Ja, weisst du, so ein Kurs mit sechs Tagen oder Abenden kann ja dann auch teurer sein. Genau, pro Tag oder so. Auch das geht in diese Range rein.
André
29:25 - 29:31
Wir haben ja noch gar nicht darüber gesprochen, was denn der Reiz ist für Menschen, in Gruppen zu kommen.
Karin
29:31 - 29:33
Was ist es für dich? Wieso gehst du in Gruppen?
André
29:38 - 30:04
Da habe ich auch eine These. Wenn ich selber in eine Gruppe gehe, mir ist das prinzipiell wurscht, in einer Gruppe unterwegs zu sein oder alleine. Ich habe aber eine These dazu. Wenn Menschen das Gefühl haben, und so habe ich mich auch erlebt, mein Problem ist so gravierend, dass ich näher am Medizinischen bin, ob Alternativmedizin oder klassische Schulmedizin, dann suche ich mir einen Therapeuten in einer Einzelsitzung.
André
30:05 - 30:16
Wenn ich eine Begleitung suche für ein Thema, das mich bewegt, wo ich weiterkommen will, wo ich Erfahrung austauschen will, dann ist es für mich eher etwas, wo ich in der Gruppe unterwegs bin.
Karin
30:16 - 30:23
Ich will die Besten. Wie ist es bei dir? Ich will die Besten. Es ist mir scheissegal, ob Gruppe oder nicht.
Karin
30:23 - 30:46
Es ist mir nicht ganz so scheissegal, wenn es hunderte im Call sind, dann ... hast du weniger Individualität. Ich buche lieber hochpreisig und dafür habe ich aber die Besten. Die Besten bedeutet für mich auch, die, die sich am besten mit dem Thema auskennen.
Karin
30:47 - 31:04
Und oft auch ein höheres Angebot. Im Sinne von, dass ich die Person will und nicht irgendeine andere. Natürlich gehe ich auch mal ... Ich hatte mal den Fersensporn, Gott sei Dank nicht mehr, vor einem Jahr.
Karin
31:04 - 31:22
Da ging ich auch zur Körpertherapie. Und dann gehe ich auch nicht nach Berlin und fliege jede Woche dahin. Ganz ehrlich, wenn es aber was anderes gewesen wäre. Und ich weiss, es ist eine absolute Koryphäe da.
André
31:22 - 31:23
Auch online.
Karin
31:23 - 31:33
Online. Es ist lebenseinschränkend. Ich weiss, vielleicht geht das ans Leben oder nicht. Dann würde ich aber auch nach Berlin fliegen, ganz ehrlich.
Karin
31:33 - 31:34
Bedeutsamkeit.
André
31:34 - 31:49
Hättest du dann auch, wenn du jemanden gehabt hättest, der dir quasi glaubhaft das Versprechen, wo du das Versprechen glaubst, auch, dass du das über Zoom lösen könntest oder über einen Online-Kurs? Über was, was gar keine Reise…
Karin
31:51 - 32:12
Meistens wäre das ja nicht aus dem Fersensporn heraus. Vielleicht wäre es eher so, dass es etwas Hormonelles hat. Ich merke in den Wechseljahren, da habe ich noch andere Geschichten. Ich kenne jemanden, der mega mit Hormonen ist.
Karin
32:12 - 32:25
eine Megatherapie entwickelt hat. Ich würde online zu ihr gehen, ja. Aber diese Vorstellung, ich müsse es manuell lösen, dann ja nicht. Wir waren ja sogar mit Lana.
Karin
32:25 - 32:42
Als wir Lana bekommen haben, hat sie immer Magenprobleme gemacht. Wir haben gemerkt, Tierärzte in dieser Form ... Ja, nicht sehr erfolgreich gewesen. Dann waren wir tatsächlich auch mit dir in einem Tierarztcoaching, auch online.
Karin
32:42 - 32:55
Und das hat super funktioniert. Und die Erfahrung habe ich natürlich schon auch, dass ich wirklich die Menschen will, die tatsächlich einen anderen Ansatz haben, den Ansatz, den ich will, weil ich den jetzt nicht hier kriege.
André
32:55 - 33:08
Mhm. Mir fällt noch etwas auf. In der Behandlung in der Einzelsitzung habe ich 100 Prozent der Aufmerksamkeit von Therapeuten beim Klienten. In der Gruppe ist das ja nicht so.
André
33:11 - 33:40
Beim Erarbeiten des Angebots habe ich aber immer die individuelle Sicht des Therapeuten. Wenn ich die Angebote angucke – und wir sind ja auch feinfühlend, wir können da ja auch reinspüren – dann glaube ich immer, noch mitzubekommen, dass jemand, der so ein Angebot kreiert, sich ganz viele Gedanken darüber macht. Jetzt bin ich ja nicht schon nur 100 % für diese eine Person tätig. Jetzt muss ich meine Aufmerksamkeit ja aufteilen.
André
33:40 - 33:54
Wie kann ich das denn am besten umsetzen in meinem Angebot? Weil die Perspektive immer noch ist, die Einzelsitzung ist der Goldstandard. Einfach gewohnt. Mein Gruppenangebot ist die Denkhaltung.
André
33:54 - 34:07
Gewohnt und ausgebildet. Genau. 99 % ist so, wie man arbeitet, was auch immer das bedeutet. Dann habe ich ein Gruppenangebot und das muss möglichst ähnlich sein im Wert, im Verständnis wie diese Einzelsitzung.
André
34:07 - 34:20
Aber genau das ist ein Punkt, wo ganz viele scheitern, weil genau weil es so aufgebaut ist, wird es weder dich noch den Kunden erfüllen. Und das ist ja auch wirtschaftlich überhaupt nicht sinnvoll.
Karin
34:20 - 34:34
Ich habe ein Beispiel mit unserem sehr, sehr geliebten Mentor von mir. Ich finde ihn super, toll. Und bei ihm habe ich jetzt gerade überlegt ... Bei ihm ist es genau umgekehrt.
Karin
34:34 - 34:50
Ich habe die meiste Wirkung, wenn er in einer Gruppe mit mir arbeitet. Und wenn er mit mir einzeln arbeitet, das war früher mal der Fall, habe ich immer gemerkt, es ist anders. Es ist nicht ganz so ... Nicht ganz so ...
André
34:51 - 34:52
So frei?
Karin
34:52 - 35:16
Nein, es hat nichts mit ihm zu tun. Er arbeitet mit dem Feld, und das ist der Punkt. Das ist auch der Punkt, der viele Menschen, fast niemand lernt in der Ausbildung, mit dem Feld zu arbeiten, weil es hocheffektiver ist, mit einer Gruppe an jemandem zu arbeiten. als im Einzelsetting.
Karin
35:16 - 35:47
Das ist so quasi wie, du tankst entweder nur von einem oder du hast ein Pferd PS-Stärke oder du hast 10 oder 20 oder 50 oder 100 Pferde PS-Stärke. Es ist anders. Und wenn du mit dem arbeitest, was da ist, im Raum, jetzt meine ich nicht nur wirklich im Raum, sondern auch im Feld, in einer Gruppe, Es ist so viel effektiver, und genau so arbeiten wir ja auch, dass wir immer mehr merken, es ist so viel effektiver, so zu arbeiten, aus dem Eins-zu-eins-Setting.
Karin
35:48 - 36:16
Ich bin oft zu viel, und ich meine das jetzt nicht so, ich bin zu viel, sondern ich bin oft zu viel für eine Person an Wirkung, weil ich dann merke, das System nach fünf Minuten Das ist schon am Tun, aber in der Gruppe ist es ganz was anderes. Die Dynamik kann man nutzen, das Feld kann man nutzen, die Intelligenzen von allen Personen. Ich bin die Therapeutin und alle anderen. Das ist ein hochpotenziertes Feld von den Teilnehmern.
Karin
36:16 - 36:32
Und wenn wir das nutzen, dann sind wir so viel effektiver. Und ich glaube, das ist das, was mich so fasziniert an dieser Gruppengeschichte, dass ich merke, es ist so viel effektiver, wenn man weiss, wie man das nutzt. Das lernt man übrigens bei uns. Bei der Neuromagie.
Karin
36:32 - 36:39
Weil es einfach eine neue Form ist, dass wir kollektiv unterwegs sind.
André
36:40 - 37:08
Was glaubst du denn, was verändern würde, dass ein Therapeut sagt, das Gruppenangebot nehme er noch mal auf, er will es noch mal richtig umsetzen? Wie geht man daran, dass der Wert nicht einfach nur eine reduzierte Einzelsitzung ist? Ich rechne acht Personen, aber nicht achtmal die Einzelsitzung. Ich rechne in der Regel weniger, weil ich denke, sie bekommen auch nicht meine volle Aufmerksamkeit.
André
37:10 - 37:27
Siehst du das auch so? Was wäre denn da eine Möglichkeit, dass man diesen Wert tatsächlich auch bei sich, der Gruppensession oder eines Kurses, eines Workshops, dass der sogar ein Vielfaches von dem ist, was eine Einzelsession bieten könnte?
Karin
37:27 - 37:40
Ich darf das bedeutsam machen. Ich meine nicht bedeutsam, ich finde es noch cool und schön. Es ist so wichtig, dass die Achtsamkeit lernen. sondern wirklich bedeutsam für die Menschen, die sich anmelden.
Karin
37:40 - 37:55
Das kann ich machen, indem wir überlegen, was bedeutsam ist. Es darf ein Event sein. Es muss nicht das Hallenstadion sein, sondern ein Event für die Menschen sein. Wirklich etwas Aussergewöhnliches.
Karin
37:55 - 38:01
Die Kommunikation. Wo stehen die? Wo wollen die hin? Was wird da wirklich passieren?
Karin
38:01 - 38:12
Es darf ... da eine Kernenergie drin haben. Und auch ganz klare Punkte, wieso es so wichtig ist für die Menschen. Und das Ausarbeiten.
Karin
38:12 - 38:21
Und nicht aus diesem, was will ich mitgeben? Das ist nicht mehr gefragt. Sondern was ist wirklich bedeutsam für den Menschen, der sich anmeldet?
André
38:21 - 38:33
In der konkreten Situation. Wo steht er? Wo will er hin? Und warum ist dieses Angebot die perfekte Lösung, für sein Bewusstsein diesen Weg einzuschlagen.
André
38:33 - 38:47
Da ist es wirklich wurscht, ob es eine Gruppe ist, die sich regelmässig trifft. Es gibt Menschen, die mögen das. Dann ist es auch wurscht, ob es ein Workshop ist. Dann ist es eigentlich auch wurscht, ob es ein Kurs mit sechs Tagen ist.
André
38:47 - 38:57
Wenn das gegeben ist, wirst du Menschen finden, die das als Lösung sehen und die für sich entscheiden, auch den entsprechenden Preis zu bezahlen.
Karin
38:57 - 39:24
Wieso ich so aufgesäuft habe? Du wirst es mir jetzt sagen. Weil ein Feld, das nicht abgeschlossen ist, was immer jeden Dienstag oder jeden Dienstag, ich weiss nicht, wieso ich Dienstag komme, aber jeden Dienstag im Monat oder was auch immer, wenn das nicht abgeschlossen für sich ist, ist es ein offenes Feld und das Feld, das potenziert sich nicht. Es ist viel herausfordernder, mit so etwas zu arbeiten, dass es nicht zerfällt.
Karin
39:24 - 39:48
So quasi, ah ja, jetzt wieder Dienstag, jetzt muss ich was machen. Oder ich kann ja nächsten Dienstag gehen. Das funktioniert dann, wenn jedes Mal ein Event ist für sich mit einem bestimmten Thema und genauso potenziert. Du gibst Energie rein in dieses Feld.
Karin
39:48 - 40:17
Die Bedeutsamkeit entsteht auch, weil du extrem viel Energie reingibst und nicht die Deko-Kisten aussuchen. Viele geben dann Energie rein, Deko-Kisten schön herrichten, die richtigen Duftkerzen, die richtigen Abläufe schreiben, was auch immer. Auch schön, aber das ist nicht das, was ich meine, sondern tatsächlich potenziert im Sinne von dem, was alles passiert. Und auch von der Kommunikation her, von der Freude her.
Karin
40:17 - 40:22
Viel mehr Energie in die Freude als in die Vorbereitung aller Materiellen.
André
40:25 - 40:37
Beim Fussballmatch funktioniert das auch. Wenn die Emotion gegeben ist, spielt das Ende keine Rolle. Ich gebe mich der Sache hin. Das ist ein offener Prozess.
André
40:38 - 40:55
Ich bin nicht Fan, weil ich fünfmal gewonnen habe. Und ich bin nicht Fan, weil ich Ende des Jahres die Saisonkarte nicht löse. Aber der Mechanismus, der dahintersteckt, ist ähnlich. Das heißt, solange ich einen Prozess und einen Mehrwert für mich sehe, werde ich das machen.
André
40:55 - 41:22
Und dann ist der Preis viel mehr als die Stunden, die du investierst, sondern dann spiegelt der Preis, um wieder darauf zurückzukommen, das, was dem Gegenüber wert ist. Oftmals machen wir den Fehler, dass wir denken, wir wüssten den Preis fürs Gegenüber. Der ist in der Regel tiefer. Das heisst nicht, dass ein höherer Preis sich besser verkaufen lässt und das Gruppenangebot veredelt wird, weil es mehr wert ist.
André
41:22 - 41:45
Das darf schon stimmen, auch energetisch. Doch es wird so sein, dass, wenn das, was du verkaufst, wenn das, was du anbietest, Wert hat, und eine Bedeutung und auch dieses Versprechen für sich beinhaltet, was die Transformation bedeutet, dann ist der höhere Preis auch kein Thema.
Karin
41:45 - 41:56
Die Spiele sind hoch emotional angelegt. Und die spielen nicht immer mit den Gleichen. Es ist nicht immer das gleiche Spiel. Es sind immer wieder andere Spiele.
Karin
41:56 - 42:17
Ich glaube, da kann man sehr gut sehen, was da passiert, wieso das so bedeutsam ist, dass ich immer wieder sage, da gibt es mehrere Spiele, ich gehe immer wieder hin, weil es jedes Mal was anderes ist, hoch emotional, und genau da darf man schauen, wie kann ich das für mein Angebot auch machen.
André
42:17 - 42:35
Und dann ist das plötzlich auch wieder verbindlich. Dann sind die Menschen auch wieder verbindlich mit dabei. Dass es nicht ein Thema ist, mein Rückschluss ist, weil sie nicht kommen oder weil wir zu wenige kommen oder nicht regelmässig kommen. Das ist auch die Verantwortung.
André
42:35 - 42:50
Das finde ich sehr spannend. Das ist doch der Unterschied. Oder siehst du das anders? Bei einem Mittwochskurs, der einfach stattfindet und auch ohne mich gut stattfindet, oder einem Mittwochskurs, wo ich unbedingt dabei sein will, weil ich weiss, es ist mir bedeutend.
André
42:50 - 42:58
Ich sage auch nicht, ich lasse einfach mal eine Mahlzeit aus. Ich kann ja morgen wieder essen. Es gibt schon Menschen, die das machen.
Karin
42:58 - 43:01
Aber ganz sicher nicht du.
André
43:01 - 43:20
Was unterscheidet denn dieser Mittwochskurs mit Magie, mit Anziehungskraft, von dem, den man einfach mal noch mitnimmt? Beispiel Servietten bei Ikea und noch die Kerzen, die Teelichter. die man mitnimmt, weil man gerade da ist? Die bewegt, und zwar in die Richtung, die ich will.
Karin
43:20 - 43:32
Und nicht nur, es ist schön. Natürlich kann mal jemand in einem Mittwochskurs kommen, weil es wieder mal schön ist. Ja, funktioniert. Das wird es wahrscheinlich immer mal geben.
Karin
43:32 - 43:50
Aber wenn du wirklich ein Business aufbauen willst, wo du sagst, du willst nicht ständig Klient um Klient, sondern auch anders arbeiten, Ich will auch Kurse machen, die tatsächlich Leben verändern. Dann darf das tatsächlich eine andere Form haben.
André
43:50 - 44:03
Könnte es sein, dass all diese Angebote als Aspekt daraus auch einfach ganz wenig Verbindlichkeit einfordern? Ja. Weil das Angebot schon so aufgebaut ist, dass überhaupt keine Verbindlichkeit vorhanden ist.
Karin
44:03 - 44:19
Ja. Ich denke manchmal, man tut das manchmal im Herz weh, dann sehe ich so Flyer, da haben sich zwei zusammen genommen, ich mache das ganz klischiert, zwei zusammengenommen, weil sie sich in der Ausbildung kennengelernt haben. Die eine hat diese Methode, die andere das. Vielleicht noch Ärztin oder Therapeutin.
Karin
44:19 - 44:35
Mega cool, machen wir was zusammen. Wir machen etwas zusammen zum Thema Achtsamkeit. Sie schreiben das für 30 Euro aus für den Nachmittag. Dann denke ich mir, es kann sein, dass Menschen da hinkommen.
Karin
44:35 - 44:48
Aber das ist meistens nicht essenziell für die Menschen. Ich habe 30 Franken gezahlt. Ich höre etwas über Achtsamkeit, aber es wird mein Leben höchstwahrscheinlich nicht krass verändern. Das ist doch schade, denn es würde auch anders gehen.
André
44:49 - 45:32
Und diese Verbindlichkeit, auch wenn ich solche Angebote lese, fällt mir auf, dass sehr vieles diese Freiwilligkeit extrem betont. Als würde es dir überhaupt nicht darauf ankommen, ob Menschen kommen, ob sie da sind oder nicht. Und wenn ich so ein Angebot sehe, wo ich energetisch spüre, vielleicht ein Quäntchen zu viel von dieser Therapeutenrolle drin ist, aber viel, viel zu wenig, also krass zu wenig, von einem Unternehmer, von jemandem, der Regeln und Grenzen einstellt, durchsetzt und auch dafür steht, dann ist mir klar, warum das Angebot nicht nur so eine Verbindlichkeit hat.
André
45:32 - 45:35
Das überträgt sich dann auch auf die Kunden, auf das Klientel.
Karin
45:36 - 45:54
Viele machen diese Angebote auch aus dem Heraus, dass sie denken, es wäre ein gutes Marketing. Dann kommen Menschen aus diesen Kursen vielleicht auch in die Therapie. Das ist ja kein schlechter Gedanke grundsätzlich. Aber auch da ...
Karin
45:54 - 46:12
Man könnte sagen, die Hürde ist tiefer, wenn die kostenfrei an ein Referat kommen oder für 30 Euro. Dass sie dann Kunde werden. Ja, das funktioniert natürlich auch. Wir machen auch kostenfreie Masterclassen und Events.
Karin
46:12 - 46:25
Die sind aber ganz anders eingebettet. Da lernst du unser Vibe kennen. Da lernst du mal kennen, was wir bewegen. ist es cool, mit uns unterwegs zu sein.
Karin
46:25 - 46:43
Wir haben ganz spezifische Themen, wo wir sagen, genau um dieses Thema geht es und genau diese Lösung bekommst du von uns. Dann ist es aber auch anders eingebettet. Wir werden nicht reich durch diese Kurse, sondern es ist eine Marketinggeschichte. Aber auch das muss anders aufgebaut sein als ein Nachmittag Achtsamkeit.
André
46:44 - 46:53
Ein Nachmittag Achtsamkeit. Das Geile, das wir erleben, ist ... Manchmal hassen uns ja unsere Kunden auch. Oder zumindest finden die das blöd.
André
46:54 - 47:13
Es gibt Momente, in denen sie uns blöd finden. In der nächsten Woche ist spannend, was passiert. Die gehen nicht aus der Gruppe raus, weil gerade etwas mit ihnen passiert in ihrem Prozess, das unangenehm ist, sondern die bleiben gerade dabei, auch in der Gruppe.
Karin
47:13 - 47:36
Vielleicht musst du das kurz framen, wieso sie uns doof finden. Wenn jemand ein Angebot ausgearbeitet hat und uns das einschickt und sagt, wir könnten uns das Angebot anschauen. Ich schaue das Angebot an oder du, je nachdem, und wir sagen ganz klar, was wir sehen und welche Energie dahinter ist. und treffen halt wunde Punkte.
Karin
47:36 - 47:46
Dass ich sage, er ist auf der fünften Seite, sag so was zu dir. Und das nur mit Diplomen. Ich will dich spüren. Ich spüre dich absolut nicht in diesem Angebot.
Karin
47:46 - 47:57
Oder du hast nur Dienstleistungen aufgeschrieben. Und spiegel das einfach. Das meinen wir manchmal, dass man das Gefühl hat, ich hätte so viel lieber eine schöne Rückmeldung gehabt. Und jetzt finden die das doof.
Karin
47:57 - 48:06
Meine ganze schöne Arbeit. Und meistens ist es noch so viel mehr nach dem Motto. Das spiegelt die ja immer zurück. Das war genau meine Wunde.
Karin
48:06 - 48:08
Wirklich mittenrein.
André
48:08 - 48:31
Es ist die liebevolle Klarheit, auch die Hartnäckigkeit, unbequeme Fragen zu stellen. Das machst du ja hoffentlich in der Einzelsitzung. Du begleitest ja so, dass der Mensch es nicht primär bequem hat. Wenn du das bis jetzt tust, ist das vielleicht eine andere Episode, wo wir uns darüber unterhalten, wie unbequem man sein darf.
André
48:32 - 48:52
Ich kann dir die verlinken. Wir haben mal eine Episode darüber gemacht, unbequeme Fragen zu stellen den Kunden, den Klienten. Dann hörst du die am besten direkt noch im Anschluss an. Und das ist dann tatsächlich auch was, was dazu führt, dass die Verbindung gestärkt wird, weil die Eigenverantwortung steigt.
André
48:52 - 49:20
Und wenn die Eigenverantwortung steigt, dann bleibe ich auf meinem eigenen Weg, zu dem ich mich entschieden habe, auch gerade weil es unbequem Weil es unbequem ist. Karin, wenn du an all die Menschen denkst, die die Gruppenangebote aufgegeben haben, welche Schlussfolgerung würdest du ihnen am liebsten ausreden?
Karin
49:20 - 49:53
Ausreden würde ich das nicht. Aber ich würde am Punkt ... dass es schon gar nicht an dem Wissen oder an dem, dass Menschen keine Gruppenangebote wollen, liegt, sondern tatsächlich an dem, dass Gruppenangebote generell andere Kommunikation brauchen. Nicht über die Methodik, nicht über, was sie alles brauchen würden, sondern tatsächlich bedeutsame Events, die sie unfassbar geil finden und dementsprechend auch viel mehr Wirkung haben.
Karin
49:54 - 50:15
Wenn du irgendwo hingehst, wo du merkst, ich mach mir das möglich, ich mach das möglich, dass wir z.B. nach Guatemala fliegen, hat das eine ganz andere Bedeutsamkeit, als wenn du sagst, jeden Abend gehe ich mal hin und schaue, was es gibt. Das kostet ja nur 100 Euro. Es ist einfach so.
Karin
50:15 - 50:36
Wir denken aber, der kommt, weil es nur 100 Euro kostet. Da ganz anders zu framen und zu merken, wie man wirklich mit Menschen arbeiten will, habe ich mir eingeredet. Menschen wollen einfach nur diese Abende. Menschen wollen nur Einzelsettings, weil das wirkt.
Karin
50:36 - 50:47
Glaube ich selber das noch? Und wie will ich es eigentlich haben? Für mich war immer klar, ich will mich bewegen. Ich will, dass Menschen ...
Karin
50:48 - 51:06
eine geile andere Realität kreieren. Ich will, dass sie sagen, das ist die beste Entscheidung, auch wenn es teilweise hart war oder teilweise total viel bewegt hat. Aber es ist die beste Geschichte, die ich machen konnte. Ich bin so aus meiner Comfort-Zone gegangen.
Karin
51:06 - 51:16
Es ist so eine geile Geschichte. Ich will das erzeugen. Und es ist noch schön, diese Stunde hat mir jetzt gutgetan. Ich will das auch nicht so stark ...
Karin
51:17 - 51:29
Aber die Menschen, die uns zuhören, wissen, sie wollen genauso bewegen. Nicht nur das neue Kissen ist wirklich schön. Das hat mir gutgetan.
André
51:29 - 51:30
Hat mir gutgetan.
Karin
51:30 - 51:36
Ja. Und ich weiss ... Ja. Es ist auch mal schön, dass es guttut.
Karin
51:36 - 51:42
Es soll auch mal guttut. Aber wir Feinfühligen sind da, um mehr zu bewegen.
André
51:43 - 52:27
Vielleicht wollen deine Klienten tatsächlich nicht diesen Gruppenkurs, den du bisher angeboten hast, deine nächste Meditation am Mittwochabend und den Zirkel, den du dir schon überlegt hast, sondern sie möchten ein anderes Angebot. Daraus zu schliessen, weil du das mal so probiert hast, und dann zu glauben, jetzt weiss ich genau, was es ist, wäre einfach ... ein Trugschluss, weil da draußen gibt es wirklich gute Gruppenangebote, die tatsächlich zum Unternehmenserfolg auch beitragen. Wir sind das beste Beispiel dafür, dass wir unsere Unternehmens- und Businessstruktur so aufgebaut haben und damit noch grössere Wirkung erzielen.
André
52:29 - 52:48
Und wir wünschen das auch für den ganzen Markt, dass diese Gruppenangebote so gestaltet sind, auch mit den Zahlen, die wir genannt haben, dass die Gruppenangebote dich entlasten, dass du damit deine Freiheit zurückgewinnst, mehr von dir zu geben, aber weniger zu arbeiten.
Karin
52:48 - 52:49
Und mehr Umsatz zu machen.
André
52:50 - 53:11
Natürlich. Absolut. Und zu sehen und die Liebesbriefe deiner Klienten zu bekommen, die sich bei dir melden, weil in diesen Gruppenprozessen so viel möglich ist und so viel geht, dass du deine Fähigkeit bestärkt fühlst und eben nicht geschmälert, weil du denkst, es hätte etwas mit dir persönlich zu tun, was du bisher gemacht hast.
André
53:11 - 53:12
Und in diesem Sinn?
Karin
53:12 - 53:15
Eine wundervolle Glitzerwoche.
André
53:15 - 53:17
Bis ganz bald. Tschau, tschau.
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